Früchte.
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lieren sie durch’s Alter ungemein an Güte. Die Dattelpalme ist für die Bewoh-ner Afrika’s eine der wichtigsten Pflanzen. Die jungen Gipfeltricbe sind alsPalm ko hl beliebt. Die mit Zucker eingemachten Datteln nennt mau Caryo-ten: aus dem Safte des Stammes bereitet man eine Art Wein, Palmwein,durch Giihrung Branntwein und Essig. Der Stamm dient als Bauholz, seine Fa-sern zur Anfertigung von geflochtenen Netzen, Körben u.s. w.
Nr. 39‘i. FOLLICULI SENNAE.
Sennctbälglein. Sennesbiilglein.
Cassia lanceol at a Lam. Lanzettförmige Senna. Decandria, Mo-nogynia. Cl.X. Ord. 1. Familie der Hülsengewächse.
Die wenig gekrümmten, ovalen, anderthalb bis zwei Zoll langen, bis Zollbreiten, flach gedrückten , am Ende mit einem Spitzelten versehenen Saamenkap-seln. Sie sind papierartig, häutig, zähe, lassen sich leicht trennen, glatt, inder Mitte treten die Saamen erhaben hervor. Farbe schmutzig gclbgriinlieh oderauch schmutzig blaugrün. Geruch und Geschmack den Sennesblättern ähnlich.Beim Oeffiien findet man 4 bis 10 spatelförmige, ausgerandete, blaulichgraue, et-was grubige Saamen. Man sammelt die Sennesbälglein auch von mehrerci! an-dern Scnnaartcn als Cassia obovata Hayne, Cassia Senna Linn. Den Sennes-blättern findet man sie öfters beigemischt. Analysirt vonFeneuIle (1825) : fanddieselbenBestandthcile, wie bei den Sennesblättern: Cathartin. Vergleiche Nr.236.
Nr. 393. FRUCTUS CAPSICI.
Piper indicum. Piper liispanicum. Piper turcicum. SpanischerPfeffer. Indischer Pfeffer. Türkischer Pfeffer.
Capsicum annuum Linn. Jährige Beifsbeere. Pentandria, Mono-gynia. Cl.V. Ord. 1. Familie der Solaneen.
Die Beeren des in West - und Ostindien häutigen Gewächses werden schonlange als Gewürz benützt. Sie sind trocken anderthalb bis zwei Zoll lang, dau-mendick, glatt, glänzend, zwei oder dreifächerig, an der Spitze schwach abge-rundet, anfangs grün, später rotli, auch gelblichroth oder gelb. Die Saamen sindplatt, nierenförmig, glatt, gelblich und sitzen mittelständig. Geruch frisch, et-was betäubend. Getrocknet reizt er zum Niesen. Geschmack sehr brennend undbeifsend, auf der Haut erregt er Rothe. Analysirt von Mau rach (1816) und vonBucholz (1816), letzterer stellte das Capsicin dar, spätere Arbeit von Bra-c on not. Der spanische Pfeffer enthält ein cigenthümliclies Alkaloid: Witting.Man kann ihn nur dann stofseu , w r enn man ihn mit Traganthschleiin behandelt.D ie Blätter, Zweige und grünen Beere färben gelb, ln Ostindien braucht manverschiedene Arten: Capsicum frutescens, Feitel - achmar (Arab.) , Fulfili sürkh(Pcrs.) , Brahn maricha (Sans.), Meräpäkaia (Tel.), Mölläghai (Tarn.), Menes-heina (Can.), Tambhudda meerchingay (Mali.), Lai mirchie (Hind.), Gasmiris(Cyng.), Lada rnira (Mal.), Lombok (Jav.), Tabia (Bali), ist der Cayenne-pfeffer, C h i 1 i p f eff e r. Die reifen Beeren werden zerstofsen mit Weizenmehlund Sauerteig gebacken und in Ostindien häufig genossen. Essigsieder bedienensich bei uns des spanischen Pfeifers, um den Essig scharf zu machen.