Früchte.
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Nr. 394. FRUCTUS CASSIÄE FISTULAE.
Cassia fistula. Cassia fistularis. Siliqua purgatrix. Khyar shem-ber (Arab.). Kbyar chember (Pers.). Suvarnaka (Sans.). Rayla-kaia (Tel.). Amultas (Duk und Hind.). Konnekai oder Sarakon-nekai (Tarn.). Cakay (Can.). Sonall (Beng.). Ahilla (Cyng.).Mentus (Mal.). Dranguli auch Toong-gooli (Jav.). Rölirencas-sie. Cassienröhrlein.
Cassia Fistula Linn. Bactyrilobium Fistula IVilld. Catharto-carpus Fistula Fers. Cassia excelsa Kuntli. Cassia Bonplandiana D ec.Bohrcassie. Decandria, Monogynia. CI. X. Ord. 1. Familie der Hülsenge-wächse.
Ein Baum Ostindien'® und Aegyptcn’s in Westindien gebaut, dessen Kapsel(Frucht) cylindrisch an zwei Fufs lang und beinahe zolldick ist. Aussen istsie dunkelbraun, schwarzbraun, glatt, wenig gekrümmt, man bemerkt geringe, !rings umlaufende Erhabenheiten. Sie springt nicht auf, eine Längsnath ist sicht-lich, die Schaale ist fest: beim Längsdurchschnitt findet man unter der dünnen,festen Oberhaut die feste, gelblichbraune, holzige Rinde, eben so werden karten-blattdicke, steife, hellbraune Queerwände sichtbar, welche die Gliederhülse in ’zahlreiche Ouecrfacher abtheilen. Diese sind mit einem schwarzbraunen, süfsen, >zähen Mark angefüllt, in welchem ein rundlicher, plattgedrückter, hellgelbbrau- |ner, glänzender, sehr harter Saame befindlich ist. Man unterscheidet:
a) Leva ntis che Röhrencassie, welche aus Cananor u. s. w. versendetwird: sie ist dunkler, gleichsam weifslich bestäubt und nicht so glänzend, wirdam meisten geschätzt: die alexandrinische, welche unreif gesammelt wird, stehtihr nach.
b) Occidentalische Röhrencassie, welche mehr purgirend wirkensoll, ist weniger geschätzt. Analysirt von Vauquelin. In der neuesten Zeitfinden sich ausserdem die 4 bis 6 Linien dicken, mit einem braungelben Markerfüllten Kapseln einer noch ufibekannten Pflanze, auf welche Henry zuerst un- jter dem Namen amerikanische Röhrencassie aufmerksam machte. Die idicke, grofse, ein GerbestolFhaltendes Mark einschliefsende, brasilianische Röhrencassie jvon Cassia grandis (?) wird in Brasilien häufig benützt, kommt auch bei uns vor. EinPfund der ächten Röhrencassie giebt fünf bis sechs Unzen Mark. Die jungen unreifenHülsen macht man in Ostindien ein, die Rinde dient zum Gerben, auch liefertsie Catechu. In denWurzeln fand Caventou (1827) einen eigeuthümlichen Bit-terstoff, welcher mit Schwefelsäure Verbindungen eingeht.
Nr. 395. FRUCTUS CYNOSBATI.
Calices fructiferi Rosae. Cynosbata. Cynorrhodon, Hagebutten.Hüften. Hahnbutten.
Rosa canina Linn, Rosa Cynorrhodon fVa llr. Rosa potymor- 1pha Schimp. Hundsrose. Icosandria, Monogynia. CI. XII. Ord. 1. Familieder Rosaceen. i