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Grundriss der Pharmakognosie des Pflanzenreiches / zum Gebrauche bei akademischen Vorlesungen, so wie für Aerzte, Apotheker und Droguisten entworfen von Theodor Wilhelm Christian Martius
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Früchte.

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Eine häufige Pflanze Deutschland». Die Frucht ist ein stehenbleibenderKelch, dessen Rühre sich verlängert und bimförmig vcrgrüfsert. Die Wände sinddick, fleischig und dunkelroth. Die von den kleinen Niifscben befreiten und ge-trockneten Kelchröhren sind hochroth, verändern jedoch durch das Alter die Farbe,sind geruchlos, schmecken siifslich zusammenziehend. Analysirt (1824) vonBiltz.Die frischen Früchte liefs man teig werden, bereitete mit Zucker daraus dieConscrva Cyn orrhodon. Mit Zucker geben sie ein kühlendes, schwachzusammenziehendes Getränke. Man sammelt auch von Rosa tomentosa SmithHahnbutten. Durch den Stich von Cynips Rosae (Rosengallwespe) entstehtder adstringirende Rosen schwamm oder Rosenapfel, Bedeguar.

Nr. 396. FRUCTUS ELATERII.

Cucumis asininus. Eselsgurke. Springgurke.

Momor die a Elaterium Linn. Momordica aspera Lam. Elate-rium cordifolium Mönch. Eselsgurke. Monadelphia, Triaudria. CI. XVI.Ord. 2. Familie der Cucurbitaceen.

Schon von den Alten als Heilmittel benützt. In Griechenland und Südeu-ropa zu Hause, bei uns gebaut. Die bis zwei Zoll lange, und einen halben Zollbreite, walzenförmige, stumpf abgerundete, rauhborstige, grüne und fleischigeBeere. Die reife Frucht spritzt beim Anfassen einen schleimigen, grünlichen Saftmit den zusammengedrückten, eiförmigen, glatten Säumen von sich. Der Ge-schmack des Saftes ist sehr bitter. Analysirt von Paris: entdeckte das Elate-rin, Momordicin. Scheint von Morries (1831) im reineren Zustande dar-gestellt worden zu seyn: cs krystallisirt in seidenglänzenden Prismen. Den fär-benden Bestandtheil nennt Morries Elatin. Der aus den Früchten freiwilligausfliefsende, an der Sonne verdickte Saft heifst Elaterium album (Elate-rium) , der in der Wärme eingedickte Saft der ganzen Frucht stellt eine extract-artige, bräunlich grüne Masse dar, Elaterium nigrum, schwarzes Elaterium;beide wirken sehr drastisch. Früher war auch die brennend bittere Wurzel derMomordica Elaterium officiuell. Momordica purgans Mart, in Brasilien zu Hause:wird dort auf ähnliche Weise benützt.

Nr. 397. FRUCTUS LUPULI.

Coni Lupuli. Anienta Lupuli. Strobuli Lupuli. Flores Humuli.Hopfen.

Ilumulus Eupulus Linn. Lupulus seandens Lam. GemeinerHopfen. Dioecia, Pentandria. CI.XXII. Ord. 5. Familie der Urticeen.

Eine längst bekannte Pflanze, von welcher man die weiblichen Exemplareanbaut. Die falsche Frucht ist aus den Deckblättern einer gedrungenen Aehregebildet. Die einzelnen weiblichen Bliithen sind aufsitzend, mit schwach behaar-ten Schuppen (Deckblättern) versehen und bilden ein linsengrofses Köpfchen. Nachdem Verblühen stellen sie einen länglich-eiförmigen, stumpfen, grünlichgelben,lockern Zapfen dar, welcher aus dünnen, nervigen, biegsamen, dachziegelförmigübereinander liegenden Schuppen besteht, an deren Basis sich ein glänzender,klebender, körniger Staub befindet. Farbe fiisch gelb, getrocknet bräunlichgelb.