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I. Materialien zur Anfertigung geologischer Karten der Kaiserlichen Bergwerks-

Districte des Uralgebirges.

Seine Majestät bestätigten im Jahre 1851 den Vorschlag des Herrn Oberbefeldshabers der Berg-werke des Uralgebirges, Generals der Artillerie W. A. Glinka, neue genauere topographische, geolo-gische und Forst-Karten der Kron-Bergwerks-Dislricte des Uralgebtrges anfertigen zu lassen. Se.Excellenzschlug für die geodätischen und topographischen Aufnahmen zwei am Ural bei dem Herrn v. Demidowfür Nishne-Tagilsk gerade beschäftigte französische Ingenienr-Geographen, die Herren Bergier und Allori,vor, welche es übernahmen, in acht Jahren ihre Arbeit zu beendigen und die genannten Karten abzu-liefern, welche denn auch, nach vorhergegangenen geognostischen Beobachtungen, geologisch illuminirtwerden sollten.

Diese Arbeit trug der Stab des Corps der Berg-Ingenieure mir auf, und bestimmte für die Dauerder geognostischen Untersuchungen der sechs Bezirke des Urals fünf Sommer. Für jeden der vier trans-uralischen Bezirke wurde ein Sommer gerechnet und für die beiden cisuralischen, Perm und Wotkinskzusammen, weil sie leichter zugänglich und deren geologische Beschaffenheit einfacher ist, war ein Som-mer bestimmmt. Meine Dienstverhältnisse als Professor an der Universität erlaubten mir nicht, vor demMai St. Petersburg zu verlassen und zwangen mich, schon wieder Ende September dahin zurückzukehren,und zu solcher Abwesenheit erhielt ich jährlich auf zwei Monate Urlaub Von der Universität.

Um die neuen Karlen bei meinen Untersuchungen benutzen zu können, sollte ich meine Arbeitenein Jahr später beginnen, als die Ingenieur-Geographen die ihrigen, und diese mir immer die neuenKarlen liefern, indem angenommen wurde, dass sie auch jeden Sommer einen Bezirk beendigen und imWinter die Karten zeichnen könnten, so dass ich dieselben vorfände und gleich benutzen und ihre Rich-tigkeit controlliren könnte. Leider ist es aber nicht so gegangen. Die Ingenieur-Geographen konnten nursehr langsam arbeiten und hatten nach acht Jahren noch nicht die Karten von dem zuerst in Angriff ge-nommenen Katharinenburger Bezirk fertig. Ich musste mich deshalb mit den früher verfertigten Karten,die freilich viel zu wünschen übrig Hessen, begnügen, und soll die Beobachtungen in die neuen Kartenübertragen, wenn diese fertig werden, was wohl noch ein Paar Jahre dauern wird.

Herr Dr. Moritz von Grünewaldt wurde bei der Expedition als Paläontolog selbstständig angestelllund mir noch ausserdem vier junge Bergofftciere als Gehülfen bei meinen Untersuchungen zugegeben, dieich mir selbst aus den schon im Ural Dienenden auswählen konnte. Ich wählte die Herren LieutenantsSalarew, Grashoff, Barbot de Marni und Koschkul aus, die mich auf meinen Excursionen beglei-ten sollten, und die ich nach eigener Ansicht verwenden konnte.