Geschichte der Jesuiten. i8?
eigenen Vernunft, seinen Einsichten und seinem Willengänzlich entsagen, und alles blind befolgen, was ihmbefohlen wurde *).
Dieser blinde Gehorsam beschrankte sich nicht bloßauf verbindende Gegenstände, sondern erstreckte sichauch auf gleichgültige; und man mußte nicht nurden ausdrücklichen Befehl des Obern erwarten, son-dern selbst den Wink desselben, als wäre er Gottes Wink,befolgen **) Die Deklarationen machen hier zwareine Ausnahme, und sagen, man sey nur in dem Falle,wenn keine offenbare Sünde damit verbun-den ist, zum blinden Gehorsame verpflichtet. Allein hatteein Jesuite, der sich wie ein Cadaver und wie ein Stockin der Hand eines Greisen verhallen, und seinen eigenenVerstand und Willen ganz verlaugnen mußte, wohl nochdie Freyheit zu beurtheile», was offenbare Sünde sey,oder nicht sey? Und hatte nicht der Probabilismus alleSünden der Jesuiten vertilgt?
Nach dieser Maxime einer knechtischen Sclaverey be-herrschte der General den ganzen Orden mittelst einer Mengevon Unterbedienten, denen er nach Gutbefinden einen Theil
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