Geschichte der Jesuiten. 19z
„verstoßen werden können, ohne daß man ihnen Woh.„nung, Brod, Wasser und Unterhalt schuldig wäre?
„Die Regicrungsart der Gesellschaft ist also monar.„chisch, und zwar so, daß in der Welt nie eine ähnli-„che monarchische Verfassung bekannt war."
Fünftes Kapitel.
Don den Schulen der Jesuiten.
^ie Erziehung und der Unterricht der Jugend war unsirei«tig einer der Hauptzwecke derJesuiten. Ueberall, wo sie sichnach ihrer Entstehung fctzsetzten, legten sie neue Schulen an,oder suchten die schon vorhandenen unter ihre Aufsicht undLeitung zu bringen. Zuverlässig hatten sie allermeistensauch diesem Eifer, womit sie sich allenthalben alS Jugend-lehrer ankündigten, ihre ungewöhnlich schnelle Ausbrei.tung zu verdanken. Denn man liebt und schätzt gernediejenigen, die sich mit dem öffentlichen Unterrichte derJugend beschäftigen.
Zur Zeit der Entstehung des Jesuitenordens war eineallgemeine Eährung in dem Geiste der Völker. Bereitsfrüher schon hatten einige mulhvolle Denker die Bahn zurgeistigen Ausbildung der Menschen gebrochen. Ohne diedazwischen gekommene Kirchenrcformation wäre man viel-leicht schneller auf dieser gebrochenen Bahn fortgeschritten.Denn jetzt verlor sich der schöne Geist der Litteratur fastfür ein ganzes Jahrhundert in den unfruchtbaren Gezan»ken der damaligen Schultheologen. Indessen gewann trotzaller gegenseitigen Verketzerungen gleichwohl die Denkfrey.heit an Stärke, und es war wohl vorauszusehen, daßman, des Verketzcrns und Streitens am Ende doch einmalmüde, seine Kräfte an fruchtbareren Gegenständen übenwerde.
Gesch. r. Ics. I. BL, IZ