Geschichte der Jesuiten. 209
überreichte, unterstützte in einer kräftigen Anrede die Grün-de, die Jgnaz,jn^seinem Misstve anführte. Er suchteden König von-^e-'großen Verdiensten der Gesellschaft inAusrottung der Ketzerei- und in der Unterweisung der Ju.gend zu überzeugen, und schloß damit, daß er den Mo-narchen bat, ihnen Collegicn und Häuser erbauen zu las.sen. Der König hörte die Rede mit vieler Geduld an, undversprach, die Sache in Erwägung zu zichn. Mittlerweilegaben sich aber die ganze Klcrisey und verschiedene Magi-strate viele Mühe, die Jesuiten nicht aufkommen zu lassen.Ihre Ordensgeschichtschreiber wollen die Welt versichern,die Ketzer hätten verschiedene bösgesinnte Leute mit Geldbestochen, den Orden zu verschreyen und ins Gedränge zirbringen. Man hatte der Bestechungen nicht nöthig, nach-dem selbst das Gerüchte von den ärgerlichen Austritten, dieauswärts geschah», bis nach den Niederlanden dranrgen. Es lief aus Spanien kein Schreiben ein, worinnicht mit vielen Umständen die Geschichte jener frommenWeibspersonen erzählt wurde, welche dreymal des Tagesin den Kirchen der Jesuiten das Abendmahl empfiengen,und sich um Mitternacht in die Cvllegien schlichen, um mitihren Beichtvätern die geistlichen Uebungen zu machen *).
Unterdeß verschafte ihnen endlich doch der große Kredit,in welchem sie am spanischen Host stunden, bessereAussichten in den Niederlanden. Der König gab ih-nen Pate,itbriefe, worin er ihnen erlaubte» sich ansäs-sig zu machen, und nach ihrem Institute und ihrer Pro-fession, jedoch unter der Bedingung zu leben, daß sie ohneGenehmhaltung der Bischöfe und Pfarrer sich in keinemStücke mit der Ecelsorge abgeben , und in Ansehung derCvllegien und der unbeweglichen Güter» die sie errichtenund an sich bringen würden, erst die Einwilligung derStände erwarten sollten- — Diese Patentbriefe waren an
Imixo prim» 8»eeuli 8oc. 7«,u. / /»-F. 72 -»
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