2 10
Viertes Buch.
fünfzehn Gerichtshöfe in Vrabant gerichtet. Das Kon-seil von Flandern widersetzte sich äußerst nachdrücklichder Einregistrirung dieser Briefe. Außöt^ek nachtheiligenGerüchten, die sich in den Niederlanden verbreiteten,hatte dieser Gerichtshof noch andere weit wichtigere Grün»de, sich den Bemühungen der Jesuiten zu widersetzen.Man konnte voraussehn, wie sehr das Ansetzn der Bi-schöfe durch einen Orden entkräftet werden müßte, wel-cher vom päpstlichen Stuhle so namhafte Privilegien zumNachtheile der bischöflichen Würde erhalten hatte. Nebst,dem war man auch für den Unterhalt der übrigen Oc.densgeistlichen besorgt, die ohnehin schon schötzingeschränktund dürftig leben mußten, und nun durch das Auftom.men der Jesuiten vollends unterdrückt würden. Alle dieseGründe zusammen genommen, waren für das Konseilhinreichend, die Einregistrirung der Patentbricfe zu ver.weigern.
Die Jesuiten zogen sich nach diesem fehlgeschlagenenVersuche wieder nach Löwen zurück, wo sie in einem ge.mietheten Hause ganz ruhig sich hielten, und in der Stillesich Freunde und Anhänger zu verschaffen suchten. Es ge-lang ihnen auch, ein gewisses Glied aus dem großen Rathvon Trabant, Elias Schoran, auf ihre Seite zulenken, welcher ihnen eines seiner Häuser in Löwenschenkte- Da diese Schenkung aber so lange ungültig war,bis sie vom großen Rathe bestätigt wurde; so nahmen sie,nachdem sie wohl wußten, wie wenig sie auf geraden We-gen ihren Zweck erreichen könnten, zur Gewalt und Listihre Zuflucht. Sie wandten sich an Margarethe vonOesterreich, welche nach der Abreise Philipps H.das Eubcrnium der Niederlande führte. Diese Prin-zessin unterstützte die Jesuiten so nachdrücklich, daß dergroße Rath, der eben damals in Löwen versammelt war,nach hartnäckigem fruchtlosen Widerstände genöthigt war,in die Aufnahme des Ordens, jedoch mit solchen Ein-