Band 
Erster Band.
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Geschichte der Jesuiten. siz

einen der prächtigsten Palläste, den einst Karl V. mit sei.ncr Schwester, der Königin von Ungarn, bewohnte, ansich kaufte. Ehe man dieBestatigung des Raths hierübereinholte, suchte man erst die Stimmung der Gemütherauszuforschen, und nachdem man wenigstens den groß.ten Theil der Rathsgiiedcr vermöge heimlicher Tarrüfen«künste gewonnen hatte, ließ man erst den Kauf und dieBe.siimmung desselben zur Kenntniß des Rathes gelangen.Man wird sich nicht wundern, wenn das Urtheil desselben,nachdem er so listig überrascht wurde, zu Gunsten der Je«suiten ausfiel. Eben so wenig befremdend ist es, daß siedie günstige Gelegenheit sich auszubreiten, nach ihrem gan«zeit Umfange benutzten, und in kurzer Zeit ihr Collegi.um in Antwerpen nicht nur erweiterten, sondern auchselbst ein Profeßhaus, und ein Convict anlegten, worinsie die Jugend beinahe von allen europäischen Reichen er«zogen *).

Nach diesen glücklichen Vorfallen war es ihnen einleichtes, auch in andern Niederländischen StädtenCvllegien zu erhalten. Sie drangen sich demnach, baldmit mehr bald mit weniger Widerstand von Seite der Ma.gisträte, fast in alle Städte von einiger Bedeutung. Gleich«wohl sind die Geschichtschreiber des Ordens mit allen die»sen glücklichen und fast außerordentlichen Eroberungennicht zufrieden, und klagen über die Frechheit der Ketzer,die ihnen Abbruch thaten, und über die Mißgunst gewisserKatholicken, die aus Liebe zu Neuerungen so gerne mit denKetzern gemeinschaftliche Sache machten, und den Wachs,thum des Ordens nur mit neidischen Augen ansahen **).

») Man liest die Geschichte der Jesuitischen Etablissement- inHolland sehr weitläuftig, und, wie es sich schon von selbst ver-steht, mit dem übertriebensten Seldstlvb in dem ü. Buch desImLgo primi Lseculi 8oc>

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