Geschichte der Jesuiten. 2ZZ
schmückten Beredsamkeit so wesentliche Vortheile, als derBesitz eines zwar kleinen, aber in den Augen der Jesuiteneben nicht unbedeutenden Ländchens war, entrissen hatte.Sie vergifteten ihn mittelst einer Schrift, die sie ihm imfolgenden Jahre bey einem freundschaftlichen Besuche indie Hände spielten. Er las diese Schrift an einem Mor-gen, da er noch ganz nüchtern war, als ihm ein aus der-selben kommendes Gift mit solcher Gewalt in die Nase undins Gehirn stieg, daß er glaubte, die Augen würden ihmaus dem Kopfe fallen. Er bediente sich zwar sogleich ei-nes Gegengiftes; allein er empfand doch bald eine tödli-che Abschwachnng, an der erstarb *).
Ich kann die Geschichte derWaldcnser um so we-niger mit Stillschweigen übergehe», da die Jesuiten an denunerhörten Grausamkeiten, mit welchen diese Unglücklichengepeinigt wurden, gleichfalls ihren Antheil hatten.
Schon im eilften Jahrhunderte hatte ein vcrmöglicherBürger von Lyon, Peter Baldo, durch die Neuheiteiner Lehre, die er ganz aus dem Evangelio zog, ein Schis-ma in der Kirche veranlaßt. Er zog durch Städte undDörfer, predigte allenthalben das Evangelium, und sorgtedafür, daß das Volk die Schriften der Apostel und Pro-pheten in faßlicher Sprache zu lesen bekam. Seine Lehreverbreitete sich in Kurzem so weit, daß der Bischof vonLyon sie vergeblich verfluchte, und der päpstliche Stuhlsein ganzes Ansetzn aufbieten mußte, um derselben, da sieder katholischen so entgegen war, allen möglichen Abbruchzu thun; allein vergebens. Die päpstlichen Verfluchun-gen zwangen die Anhänger dieser Ketzercy zwar ihre Hei-mach zu Verlusten; allein sie zogen in entferntere Provin-zen, und verbreitete,' allenthalben ihre Lehre unter ver-schiedenen Gestalten und Namen. Unter andern berühm-ten Ketzersecten bcgrif diese auch jene der Albigenser M
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