2Z8 Viertes Buch.
„ihn unterstützen rc." *). Diese Gründe kamen den gr«waltthätigen Gesinnungen des Herzogs trcflich zu stalten.Er besann sich nicht lange, seinen eigenen Unterthanen mitbewaffneter Hand entgcgenzuziehn, sie mit aller Unmensch-lichkcit zu plagen, sie ihres Eigenthums zu berauben,und dieses der Geistlichkeit und den Mönchen seines Landespreißzugeben.
Kaum erhielt der General Lainez in Nom von die-sen Vorfällen Nachricht, als er sogleich zur grösiern EhreGottes diesem so durchgehends mißbrauchten Motto derGesellschaft, dein Herzoge seine Dienste in Vertilgung undBekehrung der Ketzer anbot. Der Jesuit« Anton Pos.sevin erhielt den Auftrag, sich an den herzoglichen Hofzu begeben, die Verdienste des Ordens in Ketzerkriegen bisan den Himmel zu erheben, und den Herzog zur Annah.me der Jesuiten zu bewegen. Lainez und Posse» inverfehlten ihren Zweck nicht. Der Herzog erbot sich, demOrden zwey Collegien in seinem Lande zu stiften. DamitPosse» in nicht müßig seyn dürfte, durchstrich er inweltlicher Kleidung die Thäler von Piemo nt, und kund»schaftete die Versammlungsplatze der Waldrnserge»meinden aus. So verrieth er den herzoglichen Eolda.ten den Flecken St. Germain im Perouserthale,wo die Waldcnser ihrem Gottesdienste oblagen. Manüberfiel ihn in der Nacht, verübte alle Grausamkeiten wi-der wehrlose Eirtwohner, bratete bey langsamem Feuer ih.re Priester, und nöthigte die Weiber Holz herbeyzufchaffen,und das Feuer anzufachen und zu unterhalten. AndereWaldenser, die man gleich Anfangs gefangen genom-men hatte, wurden zu Pignerol lebendig verbrannt.Bey allen diesen Auftritten verrichtete Possevin Hen-kerSdienste; er befand sich immer an der Spitze von eini,gen tausend herzoglichen Soldaten, die gegen das wehrlose
) t,oc. cil.