Geschichte der Jesuiten. Lz9
Volk alle Arten von Grausamkeiten verübten. Die Wal«denser setzten sich nun wirklich zur Wehre, und erfoch.ten über die herzoglichen Truppen verschiedene nicht u»be-deutende Siege. Man versuchte sie durch List zu entwaff-nen. Man versprach ihnen freye Religionsübung, wenn siedie Waffen niederlegen, und ,6000 Goldthalcr alsLösegeldzahlen würden. Allein man wüthete, nachdem man ihnendieses mühsam zusammengebrachte Geld abgenommen hat-te, nur noch grausamer gegen sie. Possevin durchstrichin Gesellschaft von Mönchen und Inquisitoren die Thäler,drang den Einwohnern katholische Priester auf, verbrannteihre Bücher, und lieferte, was sich widersetzte, dem Schei«terhaufcn *). Die Waldenser, da sie nun sahen, wietreulos man mit ihnen verfahre, griffen neuerdings zu denWaffen, und richteten die herzogliche Armee nach einerentscheidenden Hauptschlacht fast ganz zu Grunde. DerHerzog sah sich jetzt auf einmal von, Volke entblößt, seineFinanzen erschöpft, sein Land zu Grunde gerichtet und ent-völkert. Er suchte also diesem Ucbelstande durch einen am5. Brachmonat l;6i. unterzeichneten Vergleich ein Endezu machen. Er bewilligte darin den Waldensern freyeReligionsübung, den in den Unruhen aus dem Lande ent»wichcnen sichere Rückkehr, und die Zurückstellung ihresconfiscirtcn Eigenthums. Die Waldenser aber ver.sprachen ihrerseits, die römisch - katholische Religion beyihnen zu dulden, doch so, daß zu keinen Zeiten ein Reli.gionszwang statt haben, oder irgend einer von ihnen mitGewalt zur Annehmung des römischen Lehrbegriffes genö-thigt werden sollte **-. Der Papst war im höchsten Gradeaufgebracht über diesen Vergleich, den die Jesuiten aber
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neuen Geschichte deS Jesuiten - Ordens. Theil //. Buch /st.
§. 58. 5d. 6c>. yz.
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/- §- 108.