Geschichte der Jesuiten. 24;
Die Art, mit welcher sie den ins Gedränge gebrach-ten Rector Gambar zu vertheidigen suchen, ist eben soerbaulich. Es ist wahr, sagen sie*), daßGambarsich mit der einen Schwester langer im Beichtstühle be-sprach, als mit der andern. Allein die Ursache dieseslanger» Dcsprcchens in der Beichte war diese: Sie hatteeinen Sohn im Orden — Aus den vorgefundenen Lie-besbriefen, sagen sie ferner, lieg sich keine unerlaubteNeigung, wohl aber Einfalt und nicht genug überlegteGüte beweisen. Wenn Lainez ihn aus dem Orden stieß,so geschah es nicht, als hakte er ihn wirklich jener Ver-brechen für schuldig gehalten, deren man ihn bezüchkigte,sondern weil er heimlich von Montepulciano entflo-hen, und die Ehre so vieler Damen dadurch der Verläum-dung preis gegeben hatte.
Dieser ärgerliche Auftritt zu Montepulciano warnicht der einzige in seiner Art, und ich konnte hier voneiner Menge Jesuitischer Galanterien und unzüchtiger Aus-schweifungen Zeugnisse anführen. So wurde im Jahre1564. Ribera, der Beichtvater des Heil. Eardinals,Karl von Borrvmeo, unter andern auch der Knaben-schändercy mit dem Edelknaben des Eardinals bezüchtiget.Alphons de Vargas, und Peter Jarrige, ein
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49Z. Es braucht nur wenig kritischer Beurthei-lungskraft, um diesen Jesuitenstreich in gehöriges Licht zusetzen. Die ganze Ehrenrettung ist überhaupt so gezwungenund so romanbast, daß man, um sich vom Gegentheile des-jenigen , was die Jesuiten zu ihrer Rechtfertigung anführen,zu überzeugen, keines weitem Beweises bedarf» als eben die-ser Ehrenrettung.
«) Lscc/»r'»t tlisr.Koc. 3er». //. 2 /,.
i 56 Z. /oc. c-r. KritischeJesuitergeschichte- §.323.
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