Geschichte der Jesuiten. 247
„Ick kann mit Wahrheit versichern," sagt Jarri«ge, „daß keine Art unzüchtiger Ausschweifungen gedenk-„bar ist, der sich die Jesuiten nicht überließen. — Man„findet in ihren Collegien Rcctoren, die sich von ihren„Schülern wollüstig betasten lassen. Ich selbst habe in„dem Collegio zu Agcn den Magister Franz Miuge-„lousaux überraschet, als er eben einen jungen adeli-„chen Schüler feurig küßte, und zwischen seinen Knien„ drückte. — Diese schändlichen Laster sind nicht nur auf„großen Academien, sondern selbst in den kleinsten Schul-„ winkeln allgemein. Sehr vornehme Herren von Bour-„deaux wissen sich zu erinnern, daß Pater Leonard„Alemay ihnen in keiner andern Absicht befahl, die Ho«„sen abzuziehen, als sich an ihrer Nacktheit zu belustigen.„Ihre Schüler, anstatt mit der Ruthe, mit bloßer Hand„zu züchtigen, dient ihnen zum wollüstigen Zeitver-treibe *)."
Das Dcichttribunal diente ihnen vorzüglich zu Liebes-intrignen, undJarrige führt eine Menge Beyspiele vonVerführungen und schändlichen Ausschweifungen an. Ernennt eine Menge Jesuiten, die theils in Hausbesuch»««gen, theils auf Reisen, ja selbst in ihren Kirchen undHäusern andächtige Frauen und Mädchen geschändet undgenothzüchtigt haben **). In Heidelberg bekehrte einJesuite durch die Schwängerung eine Dirne zur katholi-schen Religion. In Lyon verleiteten die Jesuiten allevornehme Damen, geschlitzte Hemden zu tragen, und in
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