2 48 Viertes Buch.
ihrem Collegio zu Prag fand man einen blutigen Heb-ammenstuhl *).
Fünftes Kapitel.
Die Jesuiten wiederholen ihre Versuche auf Frankreich, und er-schleichen sich endlich durch List und Gewaltthätigkeit auf derSynode zu Poissp die Aufnahme in Frankreich unter sehrharten Einschränkungen.
^ie Jesuiten beobachteten in Frankreich, wie wirbereits hörten, aus Politik ein tiefes Stillschweigen überdas Urtheil der Sorbonne; und erwarteten einen günsti-gern Zeitpunkt, sich um die Aufnahme in diesem Königrei-che mit bessern! Erfolg« zu bewerben. Die sehr beunruhigteRegierung der Katharine von Medicis wahrend derMinderjährigkeit der Könige FranjH. und Carl IX. unddas Ansehn, welches sich wahrend dieser Unruhen dieG Vi-sen zum Besten des Römischen und Spanischen Ho-fes zu verschaffen wußten, kamen den Jesuiten äußerstwohl zu statten. Zudem machte sie die Grausamkeit undTreulosigkeit, mit welcher der Hof gegen die Huguenokenverfuhr, nur noch um so mehr lüstern, sich in einem Reichefestzusetzen, in welchem der Fanatismus etwas zu würgen,und die Intrigue etwas zu verwirren fand.
Einer ihrer geschicktesten Sachwalter, PontiusEongordan, von welchem der Cardinal von Lotha-ringen zu sagen pflegte, daß er der feinste Negotiateursey, den er unter unzähligen gekannt habe'*), wußte durchstilles Umherschleichcn die Sache der Jesuiten auf einmal
*) Jesuiter Historie von Ludwig Lucius. Kap. ^ F. //.S. 20-. 207.
»») carsctiism« 6e« äeruiler, ou lv hl)«ers d'lni^utte.t 36.