Band 
Erster Band.
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249
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Geschichte der Jesuiten. 249

wieder in eine für sie günstige Bewegung zu bringen. DieUniversität von Paris versammelte sich nämlich im Iah.re 1559. um sich in sämtlicher Gemeinschaft, (denn dasverrufene Urtheil der Sorbonne von 1554- gab nur alleindie theologische Fakultät,) der Aufnahme der Jesuiten zuwidersetzen. Diese aber hatten sich bey Hofe, der in Fak-tioncn getheilt war, bereits so gut einzuschmeicheln ge.wußt, daß sie neuerdings Patentbriefe erhielten, worindem Parlemente befohlen ward, ohne Rücksicht der theo«logischen Gutachten die Bullen und Briefe der Jesuiteneinzuregisiriren. Das Parlemcnt widersetzte sich auch dieß.mal dem Machtspruchc des Hofes, und befahl, gedachteBullen und Briefe dem Erzbischöfe von Paris zur Cen-sur zu überschicken.

Die Jesuiten wußten nun gar wohl,' wie eifersüchtigder Erzbischofund überhaupt der ganze französischeClerusauf die Freyheiten der gallicanischen Kirche war. Siesuchten also durch eine scheinbare, listige Demüthigungden Crzbischof und die Klerisey aus ihre Seite zu bringen.Sie thaten in einer Bittschrift auf alle ihre vom römischenStuhle erhaltene Freyheiten und Exemptionen Verzicht; sieentsagten allem, was den Reichsgesetzen, der gallicani.scheu Kirche, den Conkordaten zwischen dem römischenStuhle und den Königen von Frankreich, und endlichden Gerechtsamen der Bischöfe, Pfarrer und andern geist-lichen Würden zuwider seyn sollte.

Man sieht, wie leicht es Jesuiten vermögt ihrerstillschweigenden Intention ist, Versprechungen zu thun,die sie nie zu halten Willens sind. Sie haben hier wesent«lichen Eigenheiten ihres Ordens entsagt, um nur die Hin«dcrnisse aus dem Wege zu räumen, die sich ihrer Aufnah.nie entgegensetzten. Sie konnten wohl voraussehen, daßes ihnen ein leichtes seyn würde, alle diese Versprechungenzu brechen, wenn sie nur einmal festen Fuß in Frank«reich haben würden. Wenn es ihnen je Ernst gewesen