Geschichte der Jesuiten. 251
dicis, von dem Cardinal von Lotharingen, einemHaupte der Guisen, und von mehrern wichtigen Häup-tern der Parthey begleitet war. Die Gens du Roi,welche diese Briefe dem Parlemente überbrachten, drangenauf die Einregisirirung derselben, jedoch unter dem Be-dinge, daß die Aufnahme der Jesuiten nur in so fernestatthaben sollte, als sie den Gerechtsamen und Freyheitender gallicanischcn Kirche nicht entgegen seyn werden, wi-drigenfalls man immer das Recht für sich behalten würde,sie aus dem Reiche fortzuschaffen *).
Das Parlement beharrte noch immer auf seinem Cirgensinne; es wollte die Jesuiten nicht aufkommen las.sen **). Alles, was es auf die wiederholten Gewaltbricfedes Königes und der Königin that, war, daß es dieselbenrinregistrirte, ohne in der Sache etwas weiters zum Vor-theile des Ordens zu verfügen. Der unvermuthcte früheTod des Kpnigs Franz U. unter welchem die Guisendem ganzen königlichen Hause und allen Neformirten inFrankreich furchtbar wurden*'*), setzte die Jesuiten
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»») Diele Jesuitische Geschichtschreiber, und unter diesen auchder Versager des buec Loc. a«su verschweigen
zum Theile die Widersetzlichkeit der Parlamente in Frankreich.Andere aber, z B. Sacchin, beschuldigen die Parlements-hcrren geradehin der Ketzerey, ob es gleich aus der französi-schen Geschichte nur allzubekannt ist, daß die damaligen Parlc-mente die Hugenotten mit einer Rachsucht verfolgten, die inden Jahrbüchern der Menscheugeschichte ohne Beyspiel ist.
«»') Sacchin beseufzet in feiner Ordensgeschichte Lit>. 7V.yo. daß dieser junge König gerade zu einer Zeit die Welt ver-lasse» mußte, da eben zur Verherrlichung der Religion ver-schiedene Vorhaben ausgeführt werden sollten. Diese Vorha-ben waren keine andern, als durch die Hand des Henkers sei-nen Bruder» den König von Navarra, den Prinzen vonC o nd s, und eine Menge des vornehmsten französischen Adels,der sich für die reformirte Religion inleressirle, ermorden zulassen.