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Viertes Buch.
Heldenmuth er als Kronprinz auch gab, doch als Königsich in allen Arten von Wollüsten entnervte und die Regie»rung seiner königlichen Mutter, der Katharine vonMedicis, ganz allein überließ *). AIs diese die überle-gcne Macht der Feinde sah, an deren Spitze ihr eigenerSohn stund, so hatte sie für ihre unbegränzte Herrschbe-gierde allzuviel zu befürchten, um sich nicht durch neueKunstgriffe aus der Verlegenheit zu ziehen. „Sie bot,"sagt Maimburg **), „ den Huguenotten in der namli-„chen Absicht den Frieden an, in welcher sie ihnen den„Krieg ankündigte." Es war ihr unerträglich, auch nurden Schatten eines Feindes zu sehn, der ihre ungeheuernWünsche der Alleinherrschaft verdunkelte. In solchen Fäl-len war ihr weder Religion noch Staat heilig. D«e Än-führer der feindlichen Armee wußte sie sich durch äußerer-deutliche, ganz unerwartete Begünstigungen, und die Hu-guenotten durch einen Frieden zu gewinnen, in welchem ih-nen eine allgemeine Rcligionsfreyheit durch das ganze Kö-nigreich zugestanden ward.
Dieser Religionsfrieden, mit welchem die Katholikennicht allerdings zufrieden seyn konnten, war die erste Ver-anlassung zu der bekannten Ligue, oder vielmehr ein Vor-wand, unter welchem die Gnisen, unter Anführung desKardinals von Lotharingen, ihre herrschsüchtigeaPlane auszuführen dachten. Dieser Cardinal aus demHause der Guisen gab sich unbeschreibliche Mühe, seineFamilie emporzuheben. Da er um diese Zeit eben auf derallgemeinen Kirchenversammlung zu Lrienl persönlichgegenwärtig war, so wußte er es durch geschickte Negotia-lionen dahin zu leiten, daß der Papst sowohl als der Kö-nig von Spanien, wiewohl in verschiedenen Rücksich-ten, an dieser allgemeinen Verschwörung wider die höchsteKönigsgewalt in Frankreich Antheil nahmen. Der
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