Geschichte der Jesuiten. 267
Papst glaubte, durch seinen Beytritt den Ketzern Schrek«ken zu verursachen, und der König von Spanien hoste fürsich zu gewinnen, wenn die Ligue, wie es nicht anders zuvermuthen war, ganz Frankreich in langwierigen Bür-gerkriegen entkräften würde. Gelegener konnte dem päpst-lichen Hofe kein ähnlicher Antrag komme», als eben zu derZeit, da man in Deutschland mit so gewaltiger Stärke dieHierarchie des römischen Stuhles erschütterte. Cr unter-stützte diese Verschwörung, die mau frevelnd die HeiligeLigue nennt, theils mit Bannstüchcn, die er über dieHäupter der Huguenottcn schleuderte, und theils mit baa-rcm Gelde, womit cr den Liguistcn neuen Muth und neueKräfte gab. Die Dulle des Papstes Sixtus V. gegenden König von Navarra und den Prinzen von Condeist berühmt. Selbst Maim bürg gesteht *), daß derInhalt dieser Fluchbulle äußerst frech und lästernd war.Die Könige werden darin zu ohnmächtigen Vasallen derPäpste herabgewürdiget, denen nach den Grundsätzen die-ser Bulle die Macht vorbehalten ist, die erstem ihres Rei-ches zu berauben. Diesem Gewaltspruche zufolge wurdeHeinrich von Navarra und der Prinz vonC 0 nde'ihrer Staaten und Domaincn beraubt, und ihre Vasallenund Unterthanen von dem Eid der Treue losgesprochen **).
Allein dieser vatikanische Fluchbrief, den fünf undzwanzig Cardinäle unterschrieben, machte selbst auf diese-nigen Katholiken, die an der Ligue noch keinen Antheilnahmen, einen ganz entgegengesetzten Eindruck. DieFranzosen waren von jeher für die Hoheit ihrer Könige inhohem Grade eingenommen, und es war ihnen unerträg-lich, daß ein Papst, der nach ihrem geistlichen Staatsrcchteweit unter den Königen stünde, sich nun über diese, erheben
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