Geschichte der Jesuiten. 269
wohl verlor die Ligue ihren Muth nicht. Sie bemächtigtesich der Stadt Paris, die nun von dem Könige und feienem Bruder, wahrend einer außerordentlichen Hungers«noth, belagert wurde. Man machte eben Anstalten dieStadt zu bestürmen, als der Jakobincrmönch Elementden König in dem Lager zu St. Cloud den zi. Julius1589 mit einem Dolch verwundete. Der König starb denfolgenden Tag an der Wunde. Der Mörder wurde ineiner unglücklichen Ucbcreilung gleich nach der That vonder Wache niedergestoßen. Man hat die Welt zu beredengesucht, daß einzig nur eine unordentliche Begierde, sich.durch diese verruchte That die Ehre des Märtyrthums zuerwerben, die Hauprveranlassung dieses Meuchelmordesgewesen sey. Allein die Umstände der Zeit, und die Lage,in der sich beyde Fakrioncn befanden, lassen nur zu wahr«scheinlich vermuthen, daß Element das mißbrauchteWerkzeug einer Verschwörung war, die sich in der Haupt«stadt wider das Leben der Könige anspann. Hätte man,vielleicht ans Absichten, nicht zu sehr geeilet, den Mördergleich nach der That aus der Welt zu schaffen, so wäredas Geheimniß dieses verruchten Meuchelmordes wahr,scheinlich durch fleißige Forschung entdeckt worden. Dochhaben nicht alle Geschichtschreiber die Jesuiten von diesemfrevelhaften Unternehmen ganz freygesprochen, wie wirsogleich sehen werden.
Achtes Kapitel.
I« wie ferne die Jesuiten an der Ligue überhaupt, und an demKonigsmorde insonderheit Antheil nahmen.
Frankreich nahm gerade in der Zeit, als die Gahrungzwischen den Protestanten und Katholiken einen allgemei.nen Ausbruch nahm, die Jesuiten in seinen Schooß auf.