272 ' Viertes Buch.
Man kann demnach diesem Orden nicht wohl mit Gründenden Vorwarf machen, daß er hauptsächliche Veranlassungder langwierigen bürgerlichen Kriege war, denen so vieletausend Unterthanen aufgeopfert wurden. Was man abermit mehr Zuvcrläßigkeit behaupten kann, ist der durch eineMenge Thatsachen erwiesene Umstand, daß sich die Iesui.ten der bürgerlichen Unruhen, und insonderheit der Ligue,als eines Mittels bedienten, ihre Ausbreitung in Frank-reich zu beschleunigen.
Mezcrai hat den Ursprung der Ligue mit philoso.phischcm Scharfsinne in seinem berühmten Werke beschrie-ben *). Er sagt, daß vornehmlich auswärtige Mächte,der Papst und der König von Spanien, diese unseligeVerschwörung unterstützten Dieser hofte, sich währendder bürgerlichen Entzwcyung zu vergrößern; und Jenerwünschte durch seinen Beytritt die Freyheit der franzö-sisch e n Kirche, die seuier Hierarchie so nachtheilig war,zu untergraben. Zu dem Ende wirkten bcyoe, zwar bloßmittelbar, durch gewisse Emissarien, welche sie durch ganzFrankreich ausstreuten, auf die Liguisicn. Diese Emis.sarien bemühten sich, in Schulen, in Geschästsverhand.lungen, und in dem Beichtstühle, es als ein Grundgesetzzu verbreiten, daß man weder den Absichten des spani-schen oder öfter eich i sä) en Hauses, noch jenen despäpstlichen Stuhls, zuwiderhandeln könne, ohne die wahreReligion zu schänden *»). In diesen Grundsätzen wurdedas Volk unterrichtet, wahrend die Häupter desselben vonganz entgegengesetzten Leidenschaften in Bewegung gesetztwurden. Wenn man bedenket, wie groß das Zutrauenwar, welches der Papst und Philipp II. in die Jesuitensetzten, so ist die Vermuthung sehr wahrscheinlich, daß dieseEmissarien großenthcils Jesuiten gewesen seyen.
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