Band 
Erster Band.
Seite
283
JPEG-Download
 

Geschichte der Jesuiten. 28z

unaufhörliche Verschwörungen, unterstützt von der papst«tichen und spanischen Kabale, diesen Monarchen ausdem Wege zu räumen.

"In eben dem Jahre, als der König sich wieder mitder katholischen Kirche aussöhnte, wurde ein gemeinerSoldat, Peter Barriere, welcher in der Absicht, ihnzu ermorden, nach Melun gekommen war, in Verhaftgebracht, und als Verbrecher der beleidigten Majestät hin,gerichtet. Er hat ohne Folterzwang bekannt, daß derJesuite Varade ihn zu diesem Meuchelmorde aufgemun-tert, und ein andrer Jesuite, der in seinen Predigten mitbesondcrm Grolle gegen den König loszog, sein Vorhabenals ein heiliges und verdienstliches Werk angepriesen ha-be *). Thuan führet in seiner Zeitgeschichte einen aus-

*) Der Verfasser des Buchs: tssuire» crlmineli cke lere Ms.

jerls, vermuthet, daß dieser Jesuite ein gewisser Commoletgewesen sey, welcher zu St. Bartholomä aufrührerische Pre-digten hielt. In einer dieser Predigten, fast zu gleicher Zeit,als Barriere in Verhaft kam, machte er auf die Geschichtedes Avds eine gotteslästerliche Anspielung, und schrie vorversammeltem Volke: „Wir brauchen einen Avd. Er„sey ein Soldat, oder Hirte, daran liegt nichts:Wir brauchen einen Aod." Am Ende seiner Rede ver-tröstete er das Volk zurGeduld mit folgenden Worte»: „Ihr„werdet in wenigen Lagen ein göttliches Wun-„der erleben; oder glaubt vielmehr, daß dies„Wunder schon wirklich geschehen sey. ^

«uires criminels tls lere silsjesle. läo.

Man bat aus dieser Anrede, die von der sämmtlichen Gemein,de beeidet wurde, mit vieler Wahrscheinlichkeit geschlossen,daß Commolet von dem Vorhaben des Meuchelmördersunrerrrchrct gewesen sey. Und dieser Umstand ist noch um soviel wahrscheinlicher, nachdem, wie Mezerai III.

Qlv. iv. 109Z. in seiner französischen Geschichte anmer-ket, Barriere sein Vorhaben verschiedenen Geistlichen undOrdensleuten entdeckte, um die Sache mit seinem Gewissenin Richtigkeit zu bringen» indem er noch immer mit sich selbstnicht einig war, und bezweifelte, ob es wohl erlaubt sey, denKönig, nachdem er nun katholisch geworden, zu ermorden.