Band 
Erster Band.
Seite
289
JPEG-Download
 

Geschichte der Jesuiten. 289

wichtige Nechtshandel entschieden werden sollte *), s/un-ternahm es der Jcsuite Barny, Rector des Cierm 0 n.tischen Collegiums, die Sache seines Ordens in einemschriftlichen Memoire zu vertheidigen. D n B 0 ulay **)hat dieses Schreiben in seiner Universitätsgeschichte voll.ständig abdrucken lassen. Es ist in verschiedener Hinsichtmerkwürdig. Einmal wegen der frechen Lobsprüche, dieer seinem Orden giebt; und dann wegen der ganz beyspiel-losen Kunstgriffe, deren er sich bedient, allgemein erkann-ten Wahrheiten und Thatsachen eine eigene Wendung zugeben. Um zu beweisen, daß die Jesuiten sich weder inCtaatssachen mischen, noch an Unruhen Theil nehmen,behauptete er mit dreister Stirne, daß ihnen beydes nachihrem Institute verboten sey. Man darf sich nicht wun-dern, wenn dieser Jesuite alles langnet, was seinem Or-den zur Last geleget wird, nachdem, wie Servi en we-nige Jahre nachher bemerkte, die Jugend von demselbenvorzüglich dahin geleitet wird, ohne Gewissensangst jedenMeineid zu begehen. Wir werden im Verfolge sehn,wie fein die Theologen der Gesellschaft den Meineid zurechtfertigen wissen. Barny konnte freylich vor Rich-tern und Klägern, welche von gewissen Begebenheitentheils Augenzeugen, theils mithandelnde Personen wa-ren, nicht geradeweg alles laugnen. Er gestund, daßMalkhieu ein eifriger Liguiste war. Allein wie kannman es ihm verübeln, sagt Barny, nachdem Leute auSallen Standen es ebenfalls waren? Und haben die Jesui-ten, da er ihr Oberer war, es wohl verhindern können?Esistwahr, fährt er fort, daß der Jesuite Pigenat

'9 Man findet daS Schreiben des Königs an das Parlemeuthierüber in der ttisroire cls la nsinsuce lte I» Lomp. lie §e-

sus. /. 207«

»*) l)2ns l'Hisroire 1'i^nlversite« 866 — 869»

Tb »an liefert am angezeigten Orte «inen Auszug diese»Schrift.

Vcsch. d. 2«s. I- Bd.

19