Geschichte der Jesuiten. 29z
die Philosophie studierte, in die Conciergerie, und balddarauf auch den Reckor des Collegiums, den Pater Jo-hann Guignard, in dessen Schreibtische man verschie-dene von ihm eigenhändig verfaßte Schriften fand, woriner mit einer ganz beyspiellosen Frechheit die beydenKönige lästerte. Cleme n t, sagte er, habe einen Neroermordet, indem er dem Könige He inrich HI- den Dolchin den Unterleib stach. Seine That sey ein vom GeisteGottes geleitetes Werk. Für eine solche That würde sievon allen Theologen der Gesellschaft Jesu gehalten. DerDommikanerprior Bourgoing, der diesen Mord gelobtund deswegen durch ein Parlementsurtheil zum Tode ver-dammt wurde, sey ein heiliger Märtyrer. Außer den Re-genten des spanischen und österreichischen Hauses wären dieübrigen Monarchen wilden Thieren, der König von Por-tugal einem Löwen, die Königin von England einer Wöl-fin, der Churfürst von Sachsen einem Schweine zu ver-gleichen. Die französische Krone, sagte er fcrners,müsse und könne dem Bourbonischen Hause entrissenwerden. Es wäre noch sehr gelinde gegen Heinrich IV.verfahren, wenn man ihn in ei» Kloster steckte rc. Essey billig, ihn zu bekriegen, wenn man ihn anders nichtvom Throne zu entfernen wüßte; und man könne ihn aufjede andere Art aus der Welt schaffen, wenn man ihn nichtoffenbar bekriegen könne rc. *)
Das Parlement hielt diese Entdeckungen für wichtiggenug, um den Jesuiten zu eben der Zeit, da es denKönigsmörder verurtheilte, ihren Prozeß zu machen.„Welche Beweise wollen wir noch gegen eine so gefährliche„Secre erwarten?" sagte der erste Pari mentsrach, Ste-phan Fleury. „Halten ihre Kläger wohl unrecht, da„sie behaupteten, das Heil des Königes und des Reiches
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