Geschichte der Jesuiten. -99
sein Plaidoyer mit dem Bcweise an, daß die Jesuiten vondem Augenblicke ihres Entstehens an sich um nichts thäti-ger bemühet haben, als den Gehorsam und die allgemein»sien Pflichten der Unterthanen gegen ihren rechtmäßigenKönig zu untergraben. — Jetzt, sagte Marion weiter,haben die Jesuiten» voller Rachbcgierde, kein anderes Be-streben, als sich wieder in Frankreich einzudringen, umes da anzufangen, wo sie es gelassen haben. — Als erauf das Begehren der Stadt Lyon zu sprechen kam,welche den Exjesuiten Porsän zum Vorsteher ihres Col»legiums machen wollte, sagte er: „Um sich diesem Ge»suche zu widersetzen, sey der Umstand, daß Porsau Ein«mal Jesuite war, hinreichend genug." Man hat ihmden Einwurf gemacht, daß dieser Jesuite noch nicht Pro»feste war. Marion beantwortete diesen Einwurf miteiner für sein Zeitalter seltenen Kenntniß der Ordcnsein»richtung, und bewies, daß die Jesuiten höchst selten frü«her zur hohem Professe zugelassen werden, als bis sie keineErbschaften mehr in der Welt zu erwarten haben. AlsNeulinge können und müssen sie über ihr Vermögen fastimmer nur zum Vortheile des Ordens Verfügungen tref.fen *).
Man sieht aus diesem Umstände, wie fruchtlos dieBemühungen der Parlemente waren, ihre Arrcts in Aus-übung zu bringen. Da den Jesuiten von Seite des päpst-lichen Stuhles bewilligt ward, ihre Constirutionen undOrdensgcsctze nach Willkühr zu ändern, und nach der Be-schaffenheit der Länder und der Zeiten einzurichten; so istes leicht zu begreifen, daß die Ausweisung aus Frank,reich sie.zu verschiedenen neuen Kunstgriffen veranlassethabe, um alle bürgerliche und kirchliche Gesetze ihrem Vor-theile zu unterwerfen. Kein Ordensgeschichtschreiber er-kennt die Gerechtigkeit ihrer Ausweisung aus Frankreich,
») slizloire göne'r-äe äs j» Lomp. äs 7esus. 27om. /.
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