Geschichte der Jesuiten. zoi
„den Fremdlinge durch Irrthum unsere Jugend blenden,„erblicke man nur Verwirrung, Unordnung und Gesetzlo-„sigkeitcn. Ihre Habsucht und ihr Geiz hat alles ange-leckt." Das hierauf erfolgte Parlementsarret verbanntesie als strafbar aus Frankreich. Allein da bald daraufToulouse sich an den König ergab, und eine allgemeineAmnestie für die L guisien ausgeschrieben ward, bedientensich die Jesuiten dieses Friedens als eines günstigen Vor-wandes, um in der Provinz ohngeachtet der gerichtlichenVerbannung bleiben zu können. Sie gingen noch weiter.E>e rafften so v.ele junge Lente, als sie fanden, zusammen,und cröfneten unter Begünstigung des Herrn von Tour-non in der kleinen Stadt dieses Namens ihre Cvllegien.Das Parlcment von Paris war so wenig damit zufrie.den, daß es dem Herrn von Lvuvnon befahl, dieJesui-tcn in Zeit von zwey Monathen aus seiner Stadt zu schaf-fen; und als er diesem Befehle nicht Lehorchte, wurde erunterm 18- August 1598 als Majestatsverbrecher aller sei-ner Ländereyen, der Gerichtsbarkeit über dieselben, undaller seiner Würden beraubt. Das gleiche Arret wieder-holte und schärfte das Verbot, bey den Jesuiten zu studie-ren, neuerdings, und verordnete, daß kein solcher Schülerje zu einem akademischen Grade oder zu einer mit diesenGraden verbundenen Würde erhoben werden sollte *).
Man erfleht aus allen diesen Umständen, wie frucht-los die Bemühungen, und selbst die äußerste Strenge war,die Jesuiten aus einem Reiche zu vertilgen, in welchem sieeinmal festen Fuß setzten. Da der allgemeine Brand, inwelchem Frankreich seit einigen Jahren hell aufflamm-te, zwar gedämpft, aber nicht ganz vertilgt werden konnte;so glimmte doch hier und dort noch heisse Glut, an wel-chem sich die Jesuiten mit ihrem Anhange erwärmten.Wenn man dabey noch bedenket, wie viele Jesuiten vonBedeutung, namlich.ffene von vier Gelübden, unter dem
») I»oc. cit. pax.