Band 
Erster Band.
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Geschichte der Jesuiten. zo;

gen denselben nicht mit Nachdruck unterstützen konnten,so fthlte es ihnen theils an Muth, theils an Gelegenheit.Diese bot sich nun dar. Papst P,»s IV. wollte zufolgeder Tri entinischen Eynodalschlüsse ein allgemeinesPriesterfeminar zur Bildung verjüngen Klcriscy in Romanlegen. Die Jesuiten, denen es darum zu thun war,sich per Erziehung und Bildung aller Stande zu bemäch-tigen» gaben sich alle Mühe, die Aufsicht über diese Pflanz-schule zu erhalten. Da ihnen der Cardinal Sabelli,welcher vom Papste den Auftrag hatte, dieses Institut zuerrichten, hiezu behülfiich war, so gelangten sie auch baldzum Zwecke. Allein die römische Geistlichkeit, welche schonaus andern Gründen, und vornamlich darum mißvergnügtwar, daß Niemand die Priesterweihe oder ein Amt erhal-ten konnte, ohne sich vorher von den Jesuiten prüfen zulassen, bezeugte einen lauten Unwillen über diesen Schritt.Man übergab dem Papste eine schriftliche Vorstellung,worin man bewies, daß es unanständig und unrühmlichfür die römische Geistlichkeit sey, die Erziehung der jun-gen Cleriker Fremden und Ausländern anzuvertrauen. Esfehle derjenigen Kirche, welche das Haupt aller christlichenKirchen sey, an gelehrten und tugendhaften Männernnicht, welchen mit mehrerer Zuversicht und Nutzen die Bil-dung der Priesterjugend anvertraut werden könnte. Essey zu befürchten, daß die Jesuiten zum Nachtheile derKirche die besten und brauchbarsten Köpfe in ihren Ordenziehen würden rc. Es ist zu bedauern» daß diese Klage-schrift verloren gegangen ist. Man weiß nur so viel vonderselben, als die Jesuiten selbst davon bekannt zu machenfür gut befunden haben *). Vermuthlich aber enthieltesie noch mehrere und nachdrücklichere Beschwerden, indem

*) Lacc^rnr Histor. 8vc. lern. I/. 8.

Er sagt, nur Neid und Eifersucht sey die Quelle des Mißver-gnügens gewesen, welches die römische Geistlichkeit zu Be-schwerden gegen den Orden »er leitet harte.

Gcsch. d. 2es. I. Vd, S0