Band 
Erster Band.
Seite
307
JPEG-Download
 

Geschichte der Jesuiten. za?

Art mit dem Orden. Er gieng selbst mit einem grossen Ge-folge von Cardinalen und Prallten in das Profcßtzausund ui die Collegicn der Gesellschaft, die ihn mit Lobge-dichten in sechzehn Sprachen bewiUkommte.

Dieser schwache Wankelmurh des Papstes verursachteein allgemeines Aergerniß. Ein Titularbischof, dessen Na-men die Ordcnsgeschichtschrcibcr verschweigen, ob sie ihngleich einen verruchten Ketzer nennen *), nahm es auf sich,die Sache der römischen Geistlichkeit öffentlich vor den Au-gen des Volks zu vertheidigen. Er verfaßte zwey Schrif-ten, worin er den Orden eine teufelische und verfluchteSekte nennt, die nicht nur den Söhnen, Töchtern, Wei-bern und Gütern anderer nachstelle, sondern auch die ganzeGeistlichkeit zu stürzen suche **). Der Verfasser berief sichauf Zeugen, welche Sacchin aber lauter Apostate nen-net, die ihres lasterhaften Wandels wegen aus dem Ordenverstoßen worden, und sich dafür durch Verlaumdungenund Lügen an demselben zu rächen suchten. Diese Schriftten machten indeß allenthalben großes Aufsetzn. Sie wur-den sogar in die deutsche Sprache übersetzt, und dem

-) > 8 acc^-'«r Iti-lor. Loc. äesu. D. n, 20.

") Es ist Schade, daß diese zwey Schriften fast ganz von, Erd-boden vertilgt zu seyn scheinen. Wir wüßten von ihrem Da-seyn nicht einmal ein Wort, wenn nicht Sacchin selbst inseiner Ordensgeschichte derselben erwähnte; und wenn nicht dieVertheidigung der Gesellschaft, welche der Cardinal Truchseß,Otto von Augsburg, im Jahre izüz unter dem Titel:

moni'o st /Ä zu DilliNgen drucken ließ, ein Be-weis wäre, daß wirklich große Beschwerden gegen dieselbe in öf-fentlichen Schriften geführt wurden. Es ist sehr wahrscheinlich,daß die Jesuiten die Schriften des Tirularbischvfes» welche un-ter die ersten und empfindlichsten Angriffe auf den Orden gehö-ren, mit besonderer Sorgfalt vernichtet haben werden. Siehaben sich dieses Kunstgriffes in der Folge öfters bedient, undganz gewiß findet man nur deswegen so wenige Eremplare noch

VVN bkM Laesnli Loc. ckej».