Geschichte der Jesuiten. zog
und kalte sich schon in seiner frühesten Jugend mit allendamals gangbaren Wissenschaften bekannt gemacht. Ri-badeneira, der sein Leben beschrieb, hat den Talentenund den Tugenden dieses Mannes unstreitig zu kriechendund auf Kosten der Wahrheit geschmeichelt *). Seine sounmäßig gerühmte Gelehrsamkeit war im Grunde weiternichts, als die Kunst, von seinem scholastischen Lehrge'bände allenthalben, wo er es nöthig fand, den geschickte»sten Gebrauch zu machen. Den Werth seiner Beredsam-keit kann man nach den Reden beurtheilen, die er auf derTrien tischen Synode hielt. Nicht Ueberzeugung, son-dern Betäubung und Intrigue der Legaten hat die Ein-würfe entkräftet, die ihm gemacht wurden. Was seinenCharakter in allen Rücksichten merkwürdig macht, ist dieList und d:e Verschlagenheit dieses Mannes, wodurch erunstreitig der geschickteste Unterhändler seines Zeitalterswurde. Er mochte für den Nutzen seiner Gesellschaft oderin Geschäften des Papstes, wie z. V. z» Trient und aufdem Colloguio zu Poisfy in Frank rich, Unterhand.lungrn pflegen, so verfehlte er nie seine Absichten. Erwar unerschöpflich in den Künsten der Intrigue, und ließsich durch keine Beschwerden ermüden, um das Ziel seinerWünsche und seiner Entwürfe zu erreichen. Die Heilig-keit seines Wandels, welche sc nc Lebcnsbeschreiber aniihmrühmen, war weiter nichts als Heuchele»). Der Kunst,die Bewegungen seines ehrsüchtigen und stolzen Herzensvor den Augen der Profanen unter die Hülle der Demuthund der Frömmigkeit zu verbergen, war er im höchstenGrade mächtig, ob ihn gleich sein unmäßiger Ehrgeiz, der
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