Zl 2 Fünftes Buch.
wurde wider den Willen Kaiser Carls V, *) schon imJahre 1547 Jcsuite. Da er verheyrathet war und mehrereKinder harte, so nahm ihn Ignatz in den Orden auf,ohne ihn durch diese Aufnahme an die äußern Regeln des-selben zu binden. Borgia blieb als wirklicher Jesuitenoch einige Jahre Weltmann. Seinem fanatischen Eifer'seinem Ansetzn und seinem Reichthum hatte die Gesellschaftgroßentheils ihre Ausbreitung in Spanien zu verdan-ken. Er war ein schwacher Kopf, und ließ sich von einerunordentlichen Begierde, einen heil gen Lebenswandel zuführe», über alle Schranken eines vernünfugenBecragenshinwegreißen. Er wuchere eben so rasend gegen seinenLeib, als Jgnaz zur Zeit seiner Bckchninqscpoche. Jehöher sein Rang in der Welt war, je tiefer kroch er alsJcs.iite vor den Winken seiner Obern. Gleichwohl setzte»die Papste seine Demuth viermal auf die Probe, indem sieihm die Cardinalswürdc anboten, die er aber allemal ausGehorsam gegen seine Obern ausschlug.
Man erwählte ihn nach Larnczcns Absterben zumGenerale des Ordens. Die Rede, die Borgia gleichnach der Wahl an die Congrcgation hielt, zeigt, von wel-cher Beschaffenheit seine Demuth war. „ Die Gnade, um„die ich euch, hochwürdigsie Later! bitte (sagte er), ist,
*1 Dieser große Kaiser war nie ein Freund der Jesuiten. Erhakte sie in seinen wcitläustigen Staaten mehr aus Politik,als aus Neigung aufgenommen, und billigte den Schritt nie,den Borgia that, ob er gleich selbst am Ende seines Lebens,freylich nicht aus andächtigen Trieben« sondern der Ruhe undseines hohen Alters wegen, ein Mönch wurde. Carl trugdem Borgia die Vollziehung seines Testamentes auf. DieJesuiten glaubten, daß in dem Kaiserlichen Vermächtnisse ih-res Ordens vorzüglich gedacht seyn würde. Sie betrogen sich;der mächtigste und reichste Monarch starb ärmer, als ein Pri-vatmann. Dafür halten sie sich aber nach seinem Lobe, mit-seist der Inquisition, die seine vertrautesten Freunde verfolgte«bitter an ihm gerächet. S. Saligs Historie der Aug s-bvrgischk» Consessiy«. Th. // L. S. 13. «- s,