Band 
Erster Band.
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Geschichte der Jesuiten. zz;

ra anvertraut war, stund feiner Minderjährigkeit wegenunter der Vormundschaft seiner königlichen GroßmutterCatharine, welche nach dem Willen des verstorbenenKönigs Johann IH. so lange das Ruder der Regierungführen sollte, bis Sebastian mündig würde. DiesePrinzessin war eine Dame von vielem Verstände, ob siegleich, freylich nur aus Achtung für dasVerderbniß ihresZeitalters, den Beichtvatern eine zu unbeschränkte Gewaltüber ihr Gewissen einräumte. Die Jesuiten hatten, wiewir bereits wissen, schon unter der Regierung ihres Ge«mahls sich bey Hofe auf eine Stufe von Ehre und Ach-tung erschwungen, aus welcher sie die Bemühungen desAdels und der Geistlichkeit vergebens zu verdrängen such»ten. Sie hatten am Hofe eine ganz befremdende Revolu-tion verursacht. So wie man sie überhaupt im ganzenReiche nur Apostel nannt«» so ließen sich auch bald dieGroßen des Königreiches weniger aus Ueberzeugung, alsvielmehr aus Schmeichele») gegen den König in dem allge.meinen Strome dahinreißen, und überschütteten die Je-suiten mit Lobsprüchen und mit Gunstbezeugungen, die ih,rem Hochmuthe und ihrer Ehrsucht nur neuen Reiz undneue Nahrung gaben. Der Umstand, den jungen Thron-folger in ihre Gewalt bekommen zu haben, mußte in ih-nen natürlich schmeichelhafte Begriffe von jener Macht er-zeugen, deren fle sich nun fast ausschließend bedienen konn-ten, theils die Plane ihres Ordens, theils ihre Privaten!-würfe durchzusetzen-

Indessen stund ihnen die Königin im Wege, welche zumTheil aus Ahndung ihren Projekten in allem Betrachte sehrhinderlich ward. Sie hatte sich auch schon gleich nach demAbsterben ihres Gemahls jener Faktion, welche bey derWahl eines Lehrmeisters für den jungen unmündigen Königeinen Jesuiten in Vorschlag brachte, mit Nachdruck widcrscz-zet, aber endlich der Intrigue ihres Beichtvaters Les Jesui«ten To rez unterliegen müssen. Die Aufmerksamkeit dieser