Band 
Erster Band.
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zZ 6 Fünftes Buch.

fahrnen Prinzessin war den Jesuiten so lästig, daß sie allemögliche Kunstgriffe brauchten, um sie von der Regierungzu entfernen. Sie bewiesen den Großen, daß die Regie»rung eines Weibes sehr unschicklich wäre, nachdem es nichtan Männern aus königlichem Geblüt« fehle, welche zur Re«gcnlschafl geschickter wären. Ermüdet von unaufhörlichenKränkungen begab sich die Königin i. I. 1562 vor derVersammlung der allgemeinen Reichsstände der Vormund»schafllichen Regierung, und legte sie in die Hände desCardinals Infamen Don Heinrichs *).

Dieser Cardinal war Anfangs ein Feind der Jesuiten.Allein sein Beichtvater, Leon Henriguez, hatte dieSchwächen dieses hecrschsüchtigen Mannes bald ausgespä»het. Man erregte in ihm durch Vorstellungen, wie gerechtseine Ansprüche auf die Regentschaft waren, einen Wunsch,sich derselben auch wirklich zu bemächtigen. Die Jesuiten,die feinen Leidenschaften solchergestalt schmeichelten, halfenihm in der Ausführung dieses Entwurfes. Er hatte sei-nen Zweck erreicht. Er glaubte, wirklich das Ruder derRegierung in Händen zu haben; aber er betrog sich. SeineGewalt war nur ein Schatten, unter welchem sich die Je»suitcn verbargen, wahrend sie alle Maschinen der Staats»Verwaltung nur allein in Bewegung setzten.

Sebastian erreichte sein vierzehntes Jahr. Indiesem Alter wurde er der Vormundschaft entlassen. Wiesehr mußte den Jesuiten daran gelegen seyn, einen jungenKönig, der in ihrer Schule erzogen war, ganz zu beherr»sehen! In dieser Rücksicht konnte ihnen die Gegenwart undder Einfluß des Cardinals Jnfanten nicht anders als lä-stig seyn. Sie entfernten ihn im Jahre i;68 durch eben

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