zz 8 Fünftes Buch.
Kummer, wie der König, ihr Enkel, nicht nur zurückhal.tend und mißtrauisch wurde, sondern selbst alle Achtung,die er ihrem Geschlechte, ihrem Range und ihrer Verwandt-schaft schuldig war, aus den Augen setzte. Er entferntesich bey allen Gelegenheiten von ihr, und sein Betragengegen sie wurde in eben dem Maaße beleidigend, in wel-chcm es gegen die Jesuiten höflich und freundschaftlichward.
Den Zustand, in welchem sich die Königin befand,und die Verwirrung, welche dieJesuilen durch mißbrauch,tes Ansetzn am portugiesischen Hofe veranlaßten,ersehen wir aus folgendem Schreiben der Königin an denGeneral Franz Borgia ').
„Ehrwürdiger Vater in Christo! Schon in meinem„letzten Schreiben vom 19. Merz habe ich euch den Zu-„stand, in welchem ich und das Königreich sich befinden,„vorläufig angezeigt. Ich habe euch auf den Verfall des„Ansehns eurer Gesellschaft, und auf den Nachtheil auf»„merksam gemacht, den das Heil der Seelen darunter lei.„det; seit man erfuhr, daß die Verwirrung des König.„ reiches durch das Verfahren einiger aus eurer Gesell-„ schaft veranlaßt werde, welche den König, mernen Enkel,„zu bereden suchten, mich aus se.neu Staaten zu entfer-„neu. Ich habe euch diese traurigen Umstände zugleich„mit der Versicherung berichtet, daß ich demohngeachtet„der Gesellschaft immer mit gleicher Zuneigung gewogen„sey- Ich habe auch nie aufgehöret, ihr diese Achtung„durch wirkliche Wohlthaten zu beweisen, mit welchen ich„ sie bisher in allgemeinen und sonderheitlichen Fallen über.„häufte. Ich habe auch wirklich noch die Absicht, diese„Wohlthaten zu verdoppeln, wenn durch dieselben diejeni.„gen Gesellschafter, die sich in dieser Provinz aufhalten,„dahin bewogen würden, in sich selbst zu gehen, und sich
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