Geschichte der Jesuiten. 34»
„ über bcn Staat und über den König herrschen können,„beschäftigen sie diesen mit Gegenständen der Wollust.„Hierüber entsteht unt.r allen Standen Mißvergnügen,„ und im ganzen Königreiche Verwirrung- Dieß ist auch„ Ursache- daß man der ganzen Gesellschaft grobe Vcrbrc«„chen zur Last legt, welche doch nur von einigen Gliedern„ derselben begangen werden. Es ist allen Menschen uner-träglich, daß man sich unter dem Scheine der Heiligkeit„und dr Andacht einer unbeschrankten Herrschaft über„den König und das Königreich bemächtigte, und erstem„sogar verhinderte, sich zu verehelichen, welches doch dem„W llcn des Papstes und aller christlichen Fürsten, so wie„überhaupt auch dem Interesse des Königreiches und den„Wünschen seiner Unterthanen zuwider ist.
„Jedermann wußte es, und jedermann ärgerte sich„darüber, daß-wir, mein Enkel der König, mein Bruder„der Cardinal, und ich, drei) Jesuiten, die in größter Ein-tracht mit einander lebten, zu Beichtvätern hatten, und„ doch nie Ein gkctt unter uns zu Stande kommen konnte.„Ein Umstand, der die Wckt vermuthen ließ, daß unsere„Beichtvater nach demWmke des Ludwig Gonsalva„unter sich ein Verständniß gemacht hatten, diese Uneinig-„seit absichtlich unter uns fortzupflanzen. Dieser, hieß„cs, verleite den König in Rücksicht meiner alles zu thun,„was ihm beliebte-, wahrend mein Beichtvater, Pater„Lorrez, mich tröste und mit Geduld gegen die will-„kührlichcn Beleidigungen meines Standes und meiner„Ehre bcwafne.
„Das ganze Königreich beschwerte sich über mich, weil„man durchgehends der Meynung war» als begünstigte„ ich den Despotismus des Ludwig Gonsalva. Man„ sah, wie sein vertrautester Freund mein Beichtvater war,„und man glaubte dieses Umstandes wegen, daß ich in ei,„nem genauen Verständnisse mit diesem lebte, ob ich da,„von gleich sehr weit entfernt war- Um endlich mein