r i l
Geschjchtr der Jesuiten.
Weise gereizt, zur Ausführung eines tief angelegten Planesgegen die Ketzer willige Hände zu bieten. Klcmens VIII.war der Mann, welcher, vielleicht nicht ohne Hofnungeines glücklichen Erfolges, den kühnen Gedanken faßte, durchList, und woferne diese nicht fruchtete, durch Gewalt dieprotestantische Kirche zu unterdrücken. Das österreichischeHaus war schon seit lange mit seinen gefährlichen Nach-barn, mit den Türken, in Kriege verwickelt. Rudolphbrauchte zur Fortsetzung desselben Geld und Leute. Er-forderte beydes von dem Papste. Bey dieser Gelegenheitbot sich Kleineres VIII. z»m Vermittler eines Friedenszwischen dem Hause Oesterreich und der OltomannischenPforte an, jedoch mit der Aeußerung, daß der Kaiser dannseiner Teils es nicht fehle» lassen würde, seine Kräfte zurUnterjochung der Rebellen gegen die Römische Kirche zugebrauchen. Rudolph versprach seine Mitwirkung zurAusführung dieses Planes. Aber er mußte sich oft genugvon Rom aus erinnern lassen, daß man von ihm mehrerwarte, als er bisher geleistet habe. Man forderte vonihm die Entfernung aller derjenigen, die ihres Glaubenswegen verdächtig schienen, und verlangte, daß er mehrereadeliche Geschlechter, die ihm bey der Armee oder im Ka-binette dienten, ihrer Dienste entlassen sollte. Aber nurungern entschloß er sich, dem Römischen Hofe so theureOpfer zu bringen. Leichter war er zu bewegen, denIesui-ten freyen Eingang in Deutschland zu verstatten. Manhatte ihm vorgestellt, daß es, ohne einer verhaßten Gewaltzu bedürfen, weiter nichts brauche, als den Jesuiten unge-hindert zu erlauben, sich allenthalben, wo sie es für denDienst der Kirche nöthig fanden, niederzulassen. Diesewürben, auch ohne Waffengewalt, die verirrten Schaafein den glücklichen Stall des Römischen Hirien zurück brin-gen. Als auf diesen Vorschlag sich die meisten deutschenBischöfe erklärten, daß sie zwar die Jesuiten wohl dulden,aber nicht bezahlen könnten, übernahm es der Papst, sie