164 Siebentes Buch.
Schmähungen mit größtem Recht und Billigkeit ihnen wie.der zurückzugeben. Endlich sind die Lutheraner und Cal«virilsten so heftig unter einander im Streit begriffen, daßman zuverlässig hoffen darf, ihr Teuftlswerk werde unterihren eignen Waffen zusammenstürzen. Noch ist übrig,daß wir unablässig Gott mit Gebet anliegen, und vonTag zu Tage mehr der besten Gelegenheiten wahrenehmen."
Vorstehendes Aktenstück bedarf keines Commentars.Der Erfolg hat es durch mehrere sogenannte Bekehrungenfürstlicher Regentenhäuser bewiesen, daß die schlauen Rän-ke, deren sich die Bekehrer bedienten, nicht ohne Nutzenfür die römische Kirche gewesen seyen. Freylich machendie Mittel, die man brauchte, der Gewissenhaftigkeit undRedlichkeit dieser Bekehrer keine Ehre; allein in der Gesell-schaft Jesu war es von jeher angenommener Grundsatz, je-des, auch das schändlichste Mittel, welches zum Zweck führt,für erlaubt zu halten. Die römische Hofkirche mußte sich,trotz alles äußerlichen Friedens, gleichwohl im fortdau-renden Kriegszustand gegen die Protestanten befinden, undes konnte ihr in einem solchen Zustande kaum verarget wer-den , List und Betrug für ganz unschuldige und unschädli,che Waffen anzusehen. Ob man an der Quelle aller Machtselbst, in Rom, mit voller innerlicher Ueberzeugung denGrundsatz der Alleinfeligmachung der römischen Religionbehaupten könnte, oder nicht, kam hierbey in keine Be-trachtung; genug war es, mittelst dieses Grundsatzes,worauf jede religiöse Intoleranz gegründet ist, Herrschsuchtund andere sehr unreligiöse Absichten verbergen zu können.
Das seit dem Westfälischen Frieden in Gang ge-brachte Proselytenmachen ist bis auf den heutigen Tag un-unterbrochen fortgesetzt worden. Fast alle protestantischeLänder nährten in ihrem Schoose heimliche Geschäftsträgerder Päpste, welche eine, der ordentlichen Landesregierung