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Zweyter Band.
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Geschichte der Jesuiten. 165

ganz unbekannte Jurisdiktion ausübten *). In neuernZeiten wurden die Versuche solcher Emissarien gar sehrdurch die wohlthätige Toleranz protestantischer Fürsten be.günstiger. Man hielt, vielleicht nicht ganz ohne Grund, denProtestantismus für zu fest gewurzelt, als daß man vonSeite seiner Gegner bedeutende Gefahren für denselbenhätte befürchten sollen. Allein die hieraus entstandeneSorglosigkeit, welche thätige und ränkevolle Menschen soleicht zu ihrem Vortheile benutzen konnten, verschafte denschlauen Feinden der protestantischen Glaubens - und Denk-freyheit eine viel zu günstige Gelegenheit, ihren Wirkungs-kreis zu erweitern und ihren Eifer zu verdoppeln. Zwarhatte dieser Eifer das abschreckende Ansehen nicht m«hr,wodurch er sich in frühern Zeilen auszeichnete. Manwußte sich die gefällige Miene der Liebe und des Friedenszu geben, und an mehr als an einem Orte fand manschon aus dem Grunde Eingang und Gehör, weil mandie Kunst verstund, sehr gefährliche Absichten hinter denSchild eines uneigennützigen Patriotismus und einer fe-sten Anhänglichkeit für den Wohlstand der Völker zu ver-bergen.

' Anfangs traten gutmüthige Schwärmer mit Vereini-gungsprojekten auf, und es mögen wohl auch Katholiken,welche die Beschaffenheit und den Geist des Protestantis-mus nicht kannten, eine Vereinigung beyder Kirchen fürsehr möglich gehalten haben. Allein billig mußten denProtestanten Vorschläge dieser Art verdächtig seyn; dennso geschickt man auch einige Steine des Anstoßes ihnenaus den Augen rückte, so blieb doch immer noch der Haupt-anstoß unverrückt, nämlich die Infallibitätslehre des Pap-stes, oder im mildern Sinne, der Kirche. Der Protestanthört auf, Protestant zu seyn, so bald er auf die Freyheit

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4. — Berliner Monatsschrift. Jahrg. 1793. Januar

S. y u. folg.