Geschichte der ZHiite». »71
Meine, Protestanten unter ihrer Hofhaltung und an derSpitze ihrer Regiernngsdepattmentö; und das Mißtrauenwar damals unter den beyden Religwnspartheyen bey wei«lein so groß nicht, als es in der Folge geworden ist, nach.dem die Jesuiten an Höfen durch Kabale und List allesverdrängt hatten, was ihren Absichten auch nur auf eineentfernt« Art hinderlich seyn konnte.
Siebentes Kapitel.
Untersuchung, in wie ferne die durch die Reformation beförderteAufklärung durch die Bemühungen der Jesuiten im kathvli«scheu Deutschland« gehemmt und unterdrückt worden ist.
«Ohne hie Dazwischenkunft der Jesuiten würde die vonDeutschland ausgegangene Reformation der Kirche einganz andres Schicksal gehabt haben. Allzu lebhaft fühlteman das Bedürfniß einer Kirchenverbesserung, als daßman nicht von allen Seiten jede günstige Gelegenheit er-griffen haben würde, sich an die ersten Beförderer dersel-ben anzuschließen. Einem so eifrigen Bestreben lag wohlnicht bloße Neuerungssucht zu Grunde. Die Gaukelspieleder.Mouche und ihre allzu unverdeckte Liederlichkeit, derCynismus und Atheismus der Papste unb der übrigen ho-hen Prälaten, mußten nothwendig den Zauber auflösen,womit solche Mönche und solche Päpste das Band der Re-ligion noch festhielten. Nimmt man hiezu noch den wohl-thätigen Einfluß des Lichtes, welches unmittelbar vor die-ser Epoche die Wiederherstelle« der Wissenschaften über dasGebier der menschlichen Vernunft verbreiteten, so wäre eswohl kein Wunder gewesen, wenn» durch alle diese Um-stände begünstigt, der finstere Koloß des mönchisch, pfäf-