Band 
Zweyter Band.
Seite
172
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»7r Siebentes Buch.

fischen Despotismus in sein Nichts zusammen gestürzt

wäre *).

Aber zum Unglücke vereinigten sich unter JgnazensFahne.schlaue Menschen, welche früh genug wahrnahmen,Vaß man es mit den gewöhnlichen Künsten religiöserSchwärmerey nicht mehr weit bringen würde. Sie ver«stärkten also die Gewalt, womit sich ihr religiöser Fana-tismus ausrüstete, mit allen möglichen Kräften einer po-litischen Schwärmerey. Unter der Hülle eines enthustasti-schen Eifers für die Erhaltung der Religion war ein tiefangelegter Plan zu einer allgemeinen Herrschaft über dieMenschen verborgen. Die ganze Anlage ihres Ordens,ihr ganzes Wirken und Streben zielte dahin, diesen unge-heuern Plan unvermerkt zur Ausführung zu bringen. Siehaben es hierin viel weiter gebracht, als man zu ver.muthen scheint, und sie hätten ohne Zweifel auch ihr Zielerreicht, wenn es ihnen gelungen wäre, den Gebrauch dermenschlichen Vernunft und die damit verbundene Denk-freyheit, welche in der protestantischen Kirche noch einennicht ganz unsicher gewordenen Zufluchtsort gefundenhatte, nach den besondern Absichten ihres Ordens zu fes.sein oder zu unterdrücken.

Es ist bemerkenswerth, daß unter den Katholiken deSfiebenzehnten Jahrhunderts einzelne wackere Männer auf-traten, welche der Meynung waren, daß man, um daserschütterte Ansehen der katholischen Kirche wieder zu befe-stigen , vor allen Dingen mit der Verbesserung dieser Kir-che , und vornehmlich mit der Verbesserung des öffentli-chen Gottesdienstes anfangen müsse. Selbst unter den ka-tholischen deutschenBischöfen waren einige dieser Meynung.Ohne eben Begünstiger des Protestantismus zu seyn, hat-ten sie den ernstlichen Willen, bessere und fruchtbarere Be-

») Henke, allgemeine Geschichte der christlichen Kirche. TheilIII. S. yü u. folg.