Band 
Zweyter Band.
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Geschichte der Jesuiten. »7z

griffe von Religion zu verbreiten, und. den mönchischenUnsinn, wo nicht ganz zu vernichten, doch wenigstens zumildern.

Allein die Jesuiten hatten ganz andere Absichten, alsjene deutschen Bischöfe. Ihnen war es um eine allgemeineHerrschaft über die Menschen zu thun. Sie wollten despo-tisch den Erdkreis beherrschen. Um mit mehrerer Sicher-heit Despoten seyn zu können, mußten sie auch den gering-sten Schein von Aufklärung verscheuchen. Religionsauf.Harung war die gefährlichste Feindin des Jcsuitismus, undum diese zu besiegen, konnten ihnen keine Waffen dienli-cher seyn, als die der Ignoranz und des blinden Fana-tismus- Man glaube ja nicht, daß es bloß Zufall war,wenn die Katholiken unter den Händen und unter der Lei-tung der Jesuiten noch abergläubischer, bigotter und fa-natischer wurden, als fie unmittelbar vor und nach derReformation gewesen sind. Eben so wenig darf man auchglauben, daß die Menschen deswegen dummabergläubischwurden, weil die Jesuiten es waren. Man kann von die-sen vielmehr das Gegentheil behaupten. Leute, welchegleich nach ihrem Entstehen fast mit allen Völkern desErdbodens theils der Bekehrung wegen, und theils auSGewinnsucht in Geschäfte traten, welche an Höfen inwichtigen Verhandlungen gebraucht wurden, und in al-len Künsten der Staatsintriguen bewandert seyn mußten,konnten nichts weniger, als bloß dummabergläubische,oder gemeine und blöde Köpfe seyn. Außerdem mußman nie den Zusammenhang aus den Augen verlieren,in welchem jeder einzelne auch unbedeutendste Jesuite mitseinem Generale stund. Man weiß, wie sklavisch Willeund Verstand jedes individuellen Gesellschafters an blin-den Gehorsam gebunden war, und man begreift, daßin einer solchen Gesellschaft wichtige Anstalten, wie esdie öffentlichen Schulen sowohl, als der Gottesdienst al-