176 Siebentes Buch.
sind; daß die Geistlichen die Unterthanen in diesem Falle ' ir
von ihrem Eide lossprechen können, und daß der Papst »r>
Macht habe, den Kaiser zu zwingen, Krieg zu führen ni
oder davon abzustehen, so bald jener es für ein geistliches di
Wohl nützlich erachtet rc. *). Diese Grundsätze sind nicht B
die Grundsätze eines Privatmannes, sondern eines ganzen Le
Ordens, der sich vornamlich dahin bestrebte, sich unter u>
dem Schatten der päpstlichen Oberherrschaft zu vergrößern. P
Wenn auch diese Grundsätze ununterbrochen von aufge. ih
klärten Fürsten oder Rechtslehrern bestritten wurden; so tS
sind doch die Folgen davon nicht ausgeblieben, indem die Ai
Jesuiten die ganz eigene Kunst besaßen, gewisse theoreti. G
sehe Grundprinzipien, die, wenn sie wörtlich und in ihrer na
wahren Gestalt vorgetragen würden, die Welt erschürter. sie
ten, in ein gefälliges Modesystem zu verhüllen, und sich de
folglich die praktische Ausübung derselben zu erleichtern. At
Es ist kein Wunder, wenn solchergestalt die Jesuiten die rij
päpstliche Macht nach der Reformation weit fürchterlicher ui,
und gefährlicher machten, als sie es vor derselben gewesen die
ist. Denn auch der Umstand, daß bald nach Beendigung sie
des Lrienterkonzils der päpstliche Nuntienunfug in Deutsch. ter
land überhand nahm, ist ein Beweis, daß die Jesuitendem römischen Hofe alle Gelegenheit verschaften, die deut« mi
sehen Bischöfe sowohl als die weltlichen Regenten um ihre M
Gerechtsame zu bringen. G«
So wie durch unvermerkte Kunstgriffe die Obrigkeiten ^
nach und nach an das sklavische Joch des päpstlichen Stuh. ^
les gebunden wurden; so wie ihre Wünsche, durch zweck. ^
mäßige Reformen dem Bedürfnisse ihres Zeitalters zu ent. ,
sprechen, nach und nach durch listige Gegenanstalten ver, ^
drängt wurden; so vergaß man auch nicht, den Uutertha- ^
nen jene finstern Begriffe und Grundsätze beyzubringen, ^
*) Pragmatische Geschichte -er Bulle in Ciua Dvmmi. TheilItt. S. ;s. ren