rjjs Siebentes Buch.
tholischen Pöbel vollends um alle gesunde Religionsbe«griffe zu bringen. Die geistlichen Prälaten sahen es un«mikt lbar nach der Reformation ein, wie schändlich dasVolk von den Mönchen mit dem Reliquienhandel betrogenwurde. Deswegen verordneten die Kölner. und Mainzer«provinzialkonzilien in den Jahren i;z6 und 1549, daß derMißbrauch, der mit ungewissen Reliquien von Heiligen undandern dergleichen Sächelchen getrieben wurde, gänzlichabgeschaft werden soll *). Allein dieJesuiten nahmen aufdiese Verordnungen keine Rücksichten. Sie wußten, wieviel ihnen daran gelegen seyn müsse, diese Mißbräuche zuverewigen. Zu dem Ende schleppte denn auch schon Ca«nisius eine Menge Reliquien in Baiern zusammen; undbald wurden die Windeln, worin Christus eingewickeltwar, der Blutschweiß, den derselbe am Oelberge schwitzte,«in Nagel, womit er ansKreutz-, geheftet worden, ein Stückvon dem Schlier und dem Rocke der Mutter Maria, jasogar Kleidungsstücke und Blutstropfen sogenannter heili-ger Jesuiten, in ihren Kirchen zur öffentlichen Verehrungausgestellt. Wider Hexen und Gespenster führten sie denGebrauch der Amulete und Teufelsgeiseln ein; und umden Weibern die Geburtswehcn zu erleichtern, legten sieihnen erst die Constitutionübücher ihrer Gesellschaft **),
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Agricola erzählt in seiner itisror. p-ovin. 80c. äer».Osrm. 8uper. »ri anoum 1600. 327 daß zu Ebersberg
in Barern eine vier und zwanzigjährige Frau in Kindesno»«hen vergebens sich der Amulete bedient» und vergebens andrey berühmte Wallfabrtsörter sich verlobt habe, als es end,lich einem Jesuiten eingefallen sey, der Kreisenden die Consti»turionsbücher der Gesellschaft auf den Bauch zu legen, wo-durch nach drey Stunden die Geburt eines gesundenKnaben erfolgte.