188 Achtes Buch.
„daß sie, wenn derselbe die Wünsche seines Volkes und„die Beschlüsse der Parlamente unterstützt hatte, bey wei-„ten strenger wären bestraft worden, als es wirklich ge«„ schchen. — Gewiß nur aus Gefälligkeit gegen den heili-„ gen Stuhl habe der König die Sache der Jesuiten mit„Schonung behandelt, ob er gleich nicht Ursache habe,„mit ihnen zufrieden zu seyn, indem sie seit ihrer Verban-nung nie aufhörten, sowohl durch öffentliche als heimli-„che Schleichwege seine Unterthanen zu entzweyen, und„ seine Handlungen zu verlästern *)."
Papst Clemens VIII. ließ sich durch dergleichenDedenklichkeiten, die ihm von Seite der französischen Mi-nister auf Befehl ihres Monarchen gemacht wurde», nichtabschrecken. Er verwendete sich nur immer mit größer«Eifer für die Jesuiten, und schrieb hierüber öfters eigen-händige Briefe an Heinrichen. Der Umstand, daßdieser gerade damals um eine Ehescheidung am päpstlichenHofe nachsuchte, kam dem Orden sehr gelegen. Cle-mens trennte die Ehe mit der Margarethe de Va,lois, und bat sich dagegen vom Könige die Wiederauf-nahme der Jesuiten als den Gegenwerth des wichtigenDienstes aus, den er ihm geleistet hatte. Pater LorenzMagius, ein in allen Hofränken erfahrner Jesuite,mußte von Rom nach Paris eilen, um HeinrichenNachricht von der bewilligten Ehescheidung zu bringen,und ihn bey dieser Gelegenheit zur Beschleunigung derWiederaufnahme seines Ordens aufzufordern Zugleich
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O/attLi. //. K. 9. 128.