Geschichte der Jesuiten. 189
setzten seine Genossen alle ihre Gönner in Bewegung, umden Hof mit Bittschriften zu bestürmen *). Wennwir ihren Versicherungen glauben dürfen, so haben sichganze Städte und Provinzen bey dem Könige für die Jesui.ten verwendet. Allein weit wahrscheinlicher ist es, daß sievermittelst gewisser Hofgünstlinge, worunter vorzüglichBellievre und Bill eroy bemerkenswerth sind*), unddurch ihre um diese Zeit ausgestreute Apologie, welche denPater Richeom zum Verfasser hat, ihre Absichten durch,zusetzen suchten.
Schon im Jahr 1599 wagten sie ihren ersten Ver.such, den König zu gewinnen. Da Heinrich eben inLyon sein Beylager mit der Marie von Medicesfeyerte, glückte es ihnen, sich demselben zu Füßen zu wer.fen. Heinrich hatte Lebensart, und erwiederte ihreVersicherungen von Treue und Ergebenheit mit königlicherHuld. Er ließ sich auch, vielleicht aus Höflichkeit ver«lauten, baß er sie in seinem Königreiche wieder aufnehmenwolle. Magius, ein feiner Hofmann, verließ von die.ser Zeit an den König nicht mehr, und erinnerte ihn beyallen Gelegenheiten an sein Versprechen, so wie er ihnauch unaufhörlich versicherte, baß die Jesuiten ihm ebenso getreu dienen werden, als sie bisher dem Könige vonSpanien gedient hatten. Denn, setzte er hinzu, wir ha.ben von dem einen, wie von dem andern, gleiche Wohl»thaten empfangen ***). Der König wollte sich nicht über.eilen. Er ließ sich noch oft aufs neue erinnern; und alseines Tags Magius, der ein witziger Kopf war, undsich an ihn, dieser Anliegenheit wegen, mit ben Worten
») ^ucr. cir. loc. cir.
»*») Lellsvreu, sc Vill-reßiu«, commuoi Consilia, Loclorstis rs-vocslioneni spull kegein ordere, llsrs yu-lvis occasiooo, slu-«tebLM. cit. /oc. crt.
***) 8ecyncio ^polozio clo I'l/niversilö cls ?„is, p»rr, U. Lds;).18. 18z.