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Zweyter Band.
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191
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Geschichte der Jesuiten. 191

Jesuiten zu begünstigen. Seit ihrer Verbannung hattendiese noch immer fortgefahren, wider den König Partheyzu machen. Jedermann wußte, daß sie in Burgund vcr.schiedene Sodalitäten, wie zur Zeit der Ligue, errichteten,und eine Menge junger Franzosen aus den Provinzen nachDole in ihr daselbst befindliches Collegium zogen. Ebenso bekannt war es auch, daß sie durch aufrührerische Pre-digten den unseligen Bürgerkrieg, der noch kaum beendi-get war, neuerdings anfachen wollten. Alle diese Um-stände setzten den König in Verlegenheit und Furcht. Erwar überzeugt, daß die Jesuiten mächtiger als Königeseyen, und daß er unaufhörlich vor ihren heimlichen Nach-stellungen zittern müsse. Er fühlte, daß der Kredit ihresOrdens zu mächtig, und sein Zusammenhang in der ganzenWelt zu unzertrennbar sey. Er kannte seine Glieder alsLeute, welche in der Kunst, nach Willkühr ihre Zeitgenos-sen zu beherrschen, unerreichbare Meister waren, unddurch einen gewissen Schein von Gelehrsamkeit und Ver,stand sich an den meisten katholischen Höfen Ansetzn zu ver-schaffen gewußt hatten. Diese Rücksichten beängstigtenihn, und er glaubte, der Gefahr, in welcher er unauf-hörlich schweben müßte, so lange die Jesuiten Ursache hat-ten, mit ihm unzufrieden zu seyn, dadurch vorzubauen,wenn er sie nun mit Wohlthaten überhäufen, und durchdie Pflicht der Dankbarkeit an seine Person fesseln würde.

ES läßt sich leicht denken, wie günstig solche Gesin-nungen den Jesuiten seyn mußten, welche mittlerweile un-aufhörlich die Denkungsart des Hofes auskundschafteten.Sie erwählten demnach auch gerade den vortheilhastestenZeitpunkt, ihr großes Anliegen dem Könige vor die Füßezulegen. In der heiligen Woche des Jahres iüoz, dasich der Hof eben in Metz aufhielt, verfügte sich ihr Pro-vinzial, Lgnaz Armand, Chatelier, Drossartund la Tour dahin. Ihr vorzüglicher Gönner, Fvu-