Band 
Zweyter Band.
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Geschichte der Jesuiten, 20z

müsse man denn nicht von ihrer Religion und ihren Grund,sätzen halten, die sie, nach Beschaffenheit der Umständeund der Zeit, willkührlich andern dürsten? Wie man sichauf Leute verlassen könne, die in Paris Pas Gegentheilvon dem lehren, was bey ihnen in Rom allgemeinesDogma sey? Aber es sey auch, (fuhr er fort) allerdingszu befürchten, daß ihre Sittcnlehre in ganz Frankreich dieOberhand gewinnen möchte. Schon hatten sie die Sor.bonne, so nachdrücklichen Widerstand sie ihnen anfangsleistete, auf ihre Geste gebracht, und es dürfte ihnen nurzu bald gelingen, daß auch die ersten obrigkeitlichen Ma«gistratsgliedcr ihren Lehrsätzen huldigten. Eine unaus.bleibliche Folge davon würde die Schmastrung der könig.iichen Gerechtsame, und die Verletzung der Freyheiten desfranzösischen Kirchenstaats seyn. Man dürfe die Nerbre,chen deö Barriere und des Castels nicht vergessen,welche in den Schulen der Jesuiten zu den schreckhaftenAttentaten vorbereitet wurden, wovor ganz Frankreicherbebte. Man müsse in immerwährender Furcht schweben,ob diese frevelhafte Auftritte nicht neuerdings wiederholtwerden könnten? Die Jesuiten berufen sich freylich darauf,daß man ihnen vergangene Fehler um so weniger zur Lastlegen könne, nachdem sich alle übrigen Orden dergleichenVergebungen schuldig gemacht haben. Allein dieser Ein»wurfwiderlege sich hinlänglich, indem es allgemein bekanntsey, daß nicht ganze Ordensstande, sondern nur einzelneGlieder derselben sich dem rechtmäßigen Könige widersetz,ten. Dagegen aber sey es eben so bekannt, daß der ganzeJesuitenorden sich gemeinschaftlich mit allen Feinden desKöniges dahin verstanden habe, ihn um seine Krone zubringen. Ihr Pigenqt sey deswegen zum Chef der Li«gisten ernannt worden. Das V"bannungsurtheil, wel-cheS nach Castels Attentat gegen die Jesuiten gefalltworden, rühre nicht von Senatoren her, die sich bloß vonLeidenschaften beherrschen ließen. Nicht aus Privathaß,