Band 
Zweyter Band.
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214
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214 Achtes Buch.

Nun hakten sie, was sie wünschten. Die Beschrän-kung, mit welcher ihre Aufnahme verbunden war, beun-ruhigte sie nicht lattge. Sie konnten wohl voraus sehen,daß der Zwang, womit sie gebunden wurden, von keinerlangen Dauer seyn konnte, und daß sie bald Mittel findenwürden, sich desselben zu erledigen. Wirklich war dieWeise, wie sie anfangs zu Werke giengcn, äußerst feinund listig. Sie legten nämlich in ihrem Collegium eine Pen-sion für junge, meistens vornehme Herren an. Diese An-stalt war sehr geschickt, ihnen die Gunst großer Häuser zuverschaffen. Um jedoch die Welt glauben zu machen, alsbefolgten sie gewissenhaft die Bedingnisse ihrer Aufnahme;so zogen sie fremde Pädagogen in ihr Institut, wel-che sich mit dem wissenschaftlichen Unterrichte der Jugendabgeben mußten. Anfangs vertrauten sie einem Frem-den sogar auch die ökonomische Verwaltung der Pension,Allein bald übernahmen sie diese selbst, so wie die Aufsichtüber den wissenschaftlichen und sittlichen Zustand ihrer Kost-schule. Dadurch geschah es denn, daß die fremden Pä-dagogen, ohne Einfluß, nur todte Maschinen blieben,welche den Knaben die Anfangsgründe der lateinischenSprach« beybrachte», wahrend die Jesuiten die ganze mo-ralische und sittliche Bildung der Jugend in ihrer Gewalthatten *).

Diese Anstalt führte sie immer näher zum Ziele, Siegewannen die Gunst der Großen, deren Kinder sie in ih-rem Institute erzogen; und man fieng an, am Hofe ziem-lich laut von dem Vortheile zu sprechen, den die Jesuitendadurch dem Stqate v.rschaften, Ein anderer, bey wei-tem wichtigerer Umstand, trug damals außerordentlichviel dazu bey, den Kredit der Gesellschaft Jesu zu beför-dern. Ihre Geschichtschreiber machen kein Geheimniß dar.gus, daß das vornehmste Bestreben des königlichen Beicht-

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