228 Achtes Buch.
„Gott, sagte er, habe einigen die Gabe der Sprachen,„andern die Gabe der Prophezeiung und Offenbarung,„ihm aber die Gabe geschenkt, Beichtgeständnisse„gleich auf der Stelle wieder zu vergessen.„Ueberdas," setzte er hinzu, „sind wir Ordensgeistliche,„und wissen nichts von der Welt; wir mischen uns nicht„in Geschäfte derselben, und verstehen nichts davon."„Ich finde dagegen," erwiederte der erste Präsident, „baß„ihr genug davon wisset, und euch nur zu viel darein mi,„ffchet. Wenn ihr nicht mehr davon wüßtet, als ihr ge.„ sagt, so wäre alles besser gegangen *)." Ravaillachatte sich in seinen wiederholten Verhören auf verschiedenePersonen berufen, die man, wenn der Prozeß nach denstrengsten Formalitäten geführt worden wäre, nothwendighätte konfrontiren müssen. Mein man schien darauf keineAufmerksamkeit zu haben. Man stellte weder seine Mut-ter, der er sich entdeckte, noch andere Personen zur Rede,mit denen er eine Zeit her in Verbindung gestanden ist.Auch von der Madame Coman, die doch in der ganze»Sache eine Hauptrolle spielen sollte, geschah mit keinemWorte Meldung. Ravaillac nannte unter andernauch den Herzog von Epernon; aber man drang nichtweiter in ihn, und man schien, einen besondern Auftraggehabt zu haben, alles zu vermeiden, was diesen mächn,gen Herrn auf irgend eine Art verwickeln könnte **).
*) Uemmrei pour «»rv,'r s I'kiistoirs cls krance, lom. III.
Z20. — ^eruires crimiaels cls isLs Msjezrs. II«
psg. Z16.
**) tVIemoiror cls Lonsts. 1 *om. VI. <Isn» I'^verusrement. —.Es scheint, sagt der türkische Spion, daß die Richteraus Furcht oder Schaam bewogen worden, Sachen von derhöchsten Wichtigkeit zn verschweigen oder zu unterdrücken; unddaß sie durch einen besondern Eid verbunden gewesen, übetSewiffe Sacken ein ewiges Stillschweigen zu beobachten.
7->m. ZLL. Die Richter, welche