Geschichte der Jesuiten. 32^
Auch bey seiner Hinrichtung eräugnetcn sich einigeUmstände, welche bemerkt zu werden verdienen. DasVolk, welches sich in ungeheurer Menge von der Courier»gerie bis auf den Richtplatz ausbreitete, gerieth bey seinemAnblicke in eine außerordentliche Wuth. Tausend Ver-wünschungen und Flüche über den Königsmörder erschölle«in der Luft. Die Wache hatte Mühe, den rasenden Pöbel,der den Vcrurtheilten in Stücke zerreißen wollte, Einhaltzu thun. Zuvor schon hatten sich die Pariser Fleischer andie verwittwete Königin mit einer Bittschrift gewendet,worin sie die Auslieferung des Verbrechers darum ver-langten , um ihm lebendig die Haut abschinden zu können.Sie wollten ihn dann ohne Haut zwölf Tage leben lassen,und dann erst den Henkern zur wettern Vollziehung des To-desurtheils ausliefern. Auch hatte ein Italiener, Na-mens Balbany, dem Parlemente ein von ihm erfunde-nes neues Martrrinstrumcnt angeboten, um mit demsel-ben den Mörder durch langsame und bisher unerhörteQualen zu tödten *). Als die Geistlichkeit, die ihn be-gleitete, für seine arme Seele ein lautes Gebet anstimmte,wurde sie von dem Geschrey des Volkes übertäubt, wel-ches nicht gestatten wollte, daß für einen so verruchtenMissethäter gebetet würde. Was die schrecklichsten Pei-neu der Folter, das gewaltsame Aufreißen der Brust, indie man siedendes Oehl und Pech goß, und das lang-same Verbrennen seiner rechten Hand im Schwefelfeuernicht über ihn vermogte, das bewirkten die Verwünrschungen und die Verfluchungen des zahlreichen Vol,kes, das sich zum Schafotte hindrängte. Er wurdeweich, nnd wandte sich in dem Augenblicke, da er von
ihn verhörten, sagt Perefir, wagten eS nie, den Mund z»öffnen, wenn sie über den Inhalt der Verhöre befragt wur-den, und beantworteten jede Frage dieser Art Mit Achselzuk-ken. üi-loire äs IV. psg. 4gZ,
*) Oeuvre» älvers äs L»vl«. Ivm. III. psx. »079.