Band 
Zweyter Band.
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Geschichte der Jesuiten. rzi

Der Mörder hatte nun durch die unmenschlichste To«besart seinen Frevel gebüßt. Allein damit war das Pub«likum noch nicht zufrieden. Es fieng nun an, laut und^mit einer Art Zuverflcht von den Urhebern oder Mitwir.kern dieser Frevelchat zu reden. Was war wohl natürli.cher, als daß man bey dieser Gelegenheit allererst auf dieJesuiten verfiel? Zwar haben sich die Apologisten diesesOrdens sehr geschickt in dieser Sache zu benehmen gewußt.Wenn es wahr ist, sagten sie *), daß die Gesellschaft Jesuin allen ihren Unternehmungen allererst auf ihren eigenenNutzen sieht; so frägt es sich zuvörderst, welchen Vortheilkonnte sich dieselbe von der gewaltthätig«» Ermordung ei.nes Königes versprechen, der an dieselbe so viele königlicheGnade verschwendete, sie wieder nach Paris berufen, ihrdas Collcgium zu la Fleche erbaut, sein eigenes HauSgeschenkt, der ihr den Weg nach Konstantin opel ge«bahnet, sie mit der Republik Venedig ausgesöhnt, wi»der die Parlemente vertheidigt, und gegen ihre Vertäun»-der in Schutz genommen hat? Wem sollte es auch nurim Traume beyfallen, daß sie es gewagt haben würde,einem so gütigen Könige das Leben nehmen zu lassen, derihrem Genossen, dem Pater Cotton, so außerordentli-che Gnade und Ehre erwies?" Freylich sollte man den-ken, daß wenigstens in dieserRücksichtHe in rich ein beste,rcs Loos verdient hatte, als ihn traf. Allein wem kannes wohl auch unbekannt seyn, daß die Jesuiten von ihremEntstehen bis auf den heutigen Tag ihre Wohlthäter fastdurchgehends mit Undank belohnten? Wem anders, alsdem römischen Hofe hatten sie wohl ihr Aufkommen undihre furchtbare Macht zu verdanken? Und gleichwohlfand eben dieser Hof keine undankbarere und verwegnereGegner, als die Jesuiten. Nur kurzsichtige und befangeneGeister können in den Gründen, mit denen die Jesuiten in

*) Kritische Iesuitengeschichte. Kap. IV. Abschn. Ilk. §. >44-S. zr6 «. f.